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Dienstag, 22. Dezember 2015

»Unterirdisch«: Endlich verdienen Journalisten weniger als ihre Putzfrauen

»Unterirdisch«: Endlich verdienen Journalisten weniger als ihre Putzfrauen

Markus Mähler

Den Ruderern wird die Ration auf der Strafgaleere gestrichen: Jahrelang sparten sich die Verlage Sozialabgaben für ihre Journalisten. Bezahlt hat es ja die Allgemeinheit. Der Trick mit der Scheinselbstständigkeit flog zuerst bei M. DuMont Schauberg auf. Jetzt muss der Kölner Verlag seine »freien« Mitarbeiter richtig einstellen – als Leiharbeiter zum Sklaven-Tarif. Das kann für Branche zum Vorbild werden: sich nicht nur herausmogeln, sondern gleich noch mehr sparen.

Immer mehr Mainstream-Journalisten enden als Henne in der Legebatterie: Zusammengepfercht in fabrikhallengroßen Büros schreiben sie Texte im Akkord. Nebenbei wird gelayoutet, redigiert, koordiniert und das fertige Produkt in alle denkbaren Kanäle von Online bis Print gedrückt. Wenn Zeit übrigbleibt, wird sogar noch ein bisschen recherchiert.

Diese eierlegende Wollmichsau in Massenviehhaltung überwacht sich nebenbei gleich selbst und ist auf dem Präsentierteller jederzeit griffbereit. Die Journalisten-Verlage haben ihren Galeerensträfling 2.0 sogar noch steueroptimiert: Wer dort in der Legebatterie durcharbeitet, ist offiziell nicht da und muss deshalb gar nicht erst zwangsversichert werden. Vom Spiegel bis zurZEIT, von der Süddeutschen bis zum Kölner Stadtanzeiger – überall wird auf dem Papier gezaubert: Die kasernierten Legehennen flitzen für das Finanzamt als glückliche »freie« Hühner in Freilandhaltung über grüne Wiesen.

Die Verlage sparen sich mit diesem juristischen Etiketten-Schwindel mehr als nur die Sozialabgaben. Ihren Arbeitgeberanteil bezahlt die steuerfinanzierte Künstlersozialkasse. Das System, was die Verleger lange sehr glücklich machte, bietet aber noch viel bessere Boni: Ihre»freien« Festangestellten haben keinen Kündigungsschutz, keinen geregelten Urlaub und bekommen Krankheitstage nicht bezahlt.

Endlich in Festanstellung: aber der Sklaven-Tarif ist »unterirdisch«

Anfang April war dieser Traum erst einmal ausgeträumt. Beim Kölner Stadtanzeiger trommelte der Chefredakteur seine aufgeschreckten Legehennen eilig zusammen: Man solle sich nicht wundern,wenn gleich der Zoll in die Redaktion einrückt.

Das sei normal, weil gegen den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ein »Ermittlungsverfahren wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen« laufe. Inzwischen stehen oder standen auch Spiegel OnlineSüddeutsche Zeitung,SpringerZeit Online und der Berliner Tagespiegel unter dem Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs und der systematischen Scheinselbständigkeit.

Acht Monate später blickt die ganze Medienbranche wieder auf M. DuMont Schauberg (neben Kölner Stadt-Anzeigerauch Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Express undHamburger Morgenpost). Was dort jetzt passiert, hat Modellcharakter – denn eher früher als später werden alle die juristisch abenteuerliche Konstruktion ihrer scheinfreien Legehennen ähnlich klären.

DuMont knickt gerade vor der Kölner Staatsanwaltschaft ein, berichtet die taz: Der Verlag bietet seinen »dauerhaft freien Mitarbeitern«, auch Pauschalisten genannt, endlich eine Festanstellung an. Für viele die erste nach 20 Jahren Arbeit für DuMont. Bekommen die Legehennen ihr Happy End?

11,25 Euro pro Stunde – Putzfrauen bekommen 12,95

Mitnichten. Der angebotene Tarif sei laut Betriebsrat »unterirdisch«. Ein Journalist, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, sagt: »Die angebotenen Konditionen sind eine Frechheit.«Allein am Verlagsstandort Köln werden kurz vor Weihnachten 150 Pauschalisten zumEinzelgespräch gebeten. Die Geschäftsführung möchte bis zum Januar eine »rechtssichere« Grundlage herstellen und dabei offenbar auch noch sparen.

So sieht ein Angebot aus, das sich »an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen«orientiert: Der auf ein Jahr befristete Vertrag mit einer »branchenüblichen« Probezeit von sechs Monaten läuft über 40 Wochenstunden und wird mit 1.800 Euro brutto entlohnt.

Das sind 30 Prozent unter dem bisherigen Honorar. Mit Tagessätzen von 80 bis 100 Euro kratzen die DuMont-Legehennen aber schon jetzt am Existenzminium. Kein Vergleich zu einem Erste-Liga-Gehalt, was Redakteure mit Tarifschutz erwarten dürfen: 5.000 Euro brutto.

Das genehmigen sich übrigens die glücklichen Alpha-Journalisten bei DuMont. Die Pauschalisten des Verlags werden jetzt bloß auf eine andere Verliererstraße verschoben. Als Leiharbeiter sind siedann bei einer Tochterfirma ausgelagert, machen aber die gleiche Arbeit wie bisher im Verlag.

DuMont-Pauschalisten: Lieber gleich schwarz putzen gehen?

Diese zum 1. Januar gegründete Firma »Rheinland Media24«ist nicht tarifgebunden. Sie kann im Krisenfall schnell versenkt werden und mit ihr alle Leiharbeiter. Eine Funktionärin des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) bezeichnete die Praktiken von DuMont als beispiellos: Kein anderer Verlag hatte so konsequent auf Pauschalisten gesetzt.

Genauso »konsequent« setzt man dort jetzt wohl auf journalistische Leiharbeiter, die wie Festangestellte arbeiten. Es wird also nur ein fragwürdiges Spar-Modell gegen ein anderes ausgetauscht.

Einige der Pauschalisten und Bald-Leiharbeiter haben sich den neuen Sklaven-Tarif bereits in einen Stundenlohn umgerechnet: 11,25 Euro brutto. Die dauerstreikenden Lagerarbeiter des umstrittenen Versandriesen Amazon verdienen nicht viel weniger. Und ja: Putzfrauen bei der Frankfurter FairCare bekommen tatsächlich 12,95 Euro die Stunde. Allerdings arbeitet nur jede Sechzehnte überhaupt legal.

Das Kölner Weihnachtsgeschenk: Wer nicht unterschreibt, sitzt auf der Straße

Bei DuMont regiert deshalb inzwischen der Galgenhumor. Eine Pauschalistin sagt: »Meine Putzfrau verdient mehr.« Sie berichtet auch: »Man hat uns gesagt, es gebe hier keinen Verhandlungsspielraum, denn der Verlag habe kein Geld, um mehr zu bezahlen. Wer den Vertragnicht unterschreibt, wird ganz klar ab Januar nicht mehr weiter beschäftigt.«

Der Verlag, der 2014 einen Gewinn von fünf Millionen Euro einfuhr, macht hier ein Weihnachtsgeschenk, mit dem er sich selbst beschenkt: Es laufen bisher nur mündliche Gespräche, Vertragsunterlagen hat noch niemand erhalten – wohl um Absprachen der Gehaltsopfer untereinander zu verhindern.

Die Pauschalisten fühlen sich »bedrängt«. Eine Mitarbeiterin sagt: »Ich habe mündlich erstmal zugesagt. Bis zum 1. Januar finde ich sicher keinen neuen Job und bin auf diesen angewiesen.« Auch das werden die anderen Verlage gerade sehr wohl registrieren, die auch keine»rechtssichere« Grundlage für ihre eigenen Pauschalisten suchen. Der Journalisten-Satz des Jahres 2016 dürfte also lauten: Liebling, unsere Putzfrau verdient mehr als ich.









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Grundgesetz wird zum Comic: Die Kapitulation der Justiz vor den Flüchtlingen

Grundgesetz wird zum Comic: Die Kapitulation der Justiz vor den Flüchtlingen

Markus Mähler

Deutschland, deine Neuankömmlinge: Sie wollen nicht mit der Staatsanwältin sprechen, weil sie eine Frau ist. Sie benutzen den Nachwuchs lieber als Dolmetscher, statt ihn in die Schule zu schicken, oder schlagen die Kinder gerne mal grün und blau. Unsere Justiz befürchtet, dass Flüchtlinge »ihre eigene Rechtsordnung im Rucksack« mitbringen, zwischen Ehrenmorden und Kinderheirat. Jetzt soll ein Verfassungs-Trickfilm in drei Minuten Asylbewerber coachen – auf Deutsch. Prima, das verstehen sie erst gar nicht.

Wenn Flüchtlinge tagelang nicht mit einer Staatsanwältin sprechen wollen, nur weil sie eine Frau ist. Wenn sie ihren Nachwuchs als Dolmetscher mitbringen, obwohl er eigentlich in der Schule sitzen müsste. Wenn die Kinder dabei noch grün und blau geschlagen erscheinen. Dann sind das alles »keine Massenphänomene«, beschwichtigt der bayerische Justizminister Winfried Bausback.

Also kein Grund zur Sorge? Komisch: Mit gerade diesen Beispielen begründet Bausback seinen großen Erziehungsunterricht für Flüchtlinge: »So was darf von der deutschen Rechtsordnung nicht akzeptiert werden.« Weil eigentlich alles in Ordnung ist, muss die bayerische Justiz jetzt mit zivilisatorischen Crashkursen in den Flüchtlingsheimen durchgreifen. Offiziell wird der harte Kurs mit der Schmusevokabel »Aufklärungsinitiative« verkauft.

Ehrenmord? Gehört sich nicht! Die Justiz erzieht Flüchtlinge im Crashkurs

Im Januar 2016 bekommen Flüchtlinge in Bayern Rechtsunterricht. 800 Staatsanwälte, Richter und Rechtspfleger spielen dabei den Lehrer. Und damit stellt sich auch eine interessante Frage: Können die bereits alle Arabisch, Urdu, Paschtu und Dari? Wenn nicht, dürften viele Flüchtlinge zwar lächelnd auf der Schulbank sitzen – aber ohneDeutschkenntnisse rein gar nichts verstehen.

Das gleiche Deutsch-Problem haben auch vierErziehungsfilme, die im Unterricht eingesetzt werden sollen. Der ganze Spaß kostet etwa 700 000 Euro, und da stellt sich die Frage: War es das wert? Ein Film erklärt unseren Rechtsstaat in drei Minuten als Comic – aber bisher nur auf Deutsch. Zielgruppe verfehlt, kann man da bloß sagen.

Erschreckend, was Flüchtlinge erst noch über uns lernen müssen

Wer das Erklärvideo mit den Augen eines Biodeutschen sieht, dem werden die Nackenhaare zu Berge stehen. Dort wird ein zivilisatorisches Einmaleins vermittelt. Auf so niedrigem Niveau, dass es einem angst und bang vor unseren Neubürgern wird: Was denen im Crashkurs erst mühsam beigebracht werden soll, muss doch jeder schon von sich aus wissen, der wirklich bei uns mitmachen will. Wem sogar solche Grundregeln fremd sind, kann wirklich zur Zeitbombe für den deutschen Rechtsstaat werden. Was hat Merkel da nur hereingeholt?

Dazu nur ein Beispiel: »Sich selbst oder andere zu rächen oder Gewalt auszuüben, ist verboten und wird bestraft. Recht sprechen ausschließlich staatliche Gerichte. Also zum Beispiel nicht selbsternannte Friedensrichter oder Geistliche – denn: Religion und Staat sind in Deutschland getrennt. […] Der Polizei, den Staatsanwaltschaften und Gerichten kann man absolut vertrauen. Sie sind nicht bestechlich und haben die geltenden Gesetze anzuwenden – und tun das auch.«Dazu wird bildhaft ein Bündel Geldscheine durchgestrichen. Klare Botschaft: Über euer bisschen Bakschisch werden die 3,9 Millionen gut versorgten Beamten nur mitleidig lächeln.

Flüchtlinge wollen »ihre eigene Rechtsordnung im Rucksack mitnehmen«

Das erinnert unfreiwillig an die Sendung mit der Maus. Ist das Rechtsverständnis in den Heimen wirklich so primitiv, wie es das Comic-Video erklärt? Es scheint so. Reinhard Nemetz, Präsident des Münchner Amtsgerichts, organisiert die Erziehungskurse in München und befürchtet tatsächlich eine »Paralleljustiz«.Ehrenmorde oder die Verheiratung von Kindern seien durchaus Themen in den Unterkünften. Es dürfe nicht sein, dass Flüchtlinge »ihre eigene Rechtsordnung im Rucksack mitnehmen«.

Der Jurist Christian Helmrich von der Uni Regensburg behauptet zwar das Gegenteil. Er betreut Jurastudenten, die Flüchtlinge in Rechtsfragen beraten: Bei den meisten herrsche kein »generelles Unverständnis über die deutsche Rechtsordnung«. Allerdings gibt auch Helmrich zu, dass dieFlüchtlinge nicht einmal das deutsche Asylrecht verstehen:»Die haben keine Ahnung, was mit ihnen passiert.«

Warum »Grüß Gott« auch für Muslime »ganz korrekt« ist

Selbst Alexander Thal vom bayerischen Flüchtlingsrat – den Neuankömmlingen also sehr wohlgesonnen – gibt zu, dass die Rechtsauffassungen von muslimischen, aber auch christlichen Fundamentalisten in den Unterkünften ein Problem seien. Besonders, weil er die Flüchtlingsinitiativen als »völlig überlastet« beschreibt. Er sagt, dass es dringendere Probleme gebe als Erklärvideos der bayrischen Justiz. Sie sind übrigens nicht das einzige Projekt, mit dem für »Zivilisierung« in den Heimen gesorgt werden soll.

Ein anderes ist die Broschüre Willkommen in Deutschlandvom Münchner Forum für Islam. Das Heftchen will auf 14 Seiten als eine Art Knigge deutsche Regeln mit Koranversen erklären. Im ersten Kapitel widmen sich die Autoren der Begrüßung: »In Bayern wird man traditionell mit ›Grüß Gott‹ begrüßt. Weil Muslime gern und jeden Tag von, über und mit Gott sprechen, ist ›Grüß Gott‹ auch islamisch ganz korrekt und eine Art bayerisches ›as-salamu aleikum‹.«




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Nach CDU-Parteitag: Auch die SPD will eine Impfpflicht

Nach CDU-Parteitag: Auch die SPD will eine Impfpflicht

Hans U. P. Tolzin

Seit ein paar Tagen liegt ein Geschenk unter dem politischen Weihnachtsbaum, das vielen Familien in Deutschland die Weihnachtsfreude verderben könnte. Nach dem Bundesparteitag der CDU am 15. Dezember signalisieren führende SPD-Politiker wie der Fraktionsvize Lauterbach und Baden-Württembergs Sozialministerin Altpeter Unterstützung für diese Position. Kommt 2016 eine allgemeine Impfpflicht?

Eine neue Dynamik des Impfwahns

Eigentlich liegt es gar nicht im Interesse der Impf-Lobbyisten, in Deutschland eine Impfpflicht einzuführen. Der Grund dafür ist banal: Sobald öffentlich über Pro und Kontra einer Impfung diskutiert wird, sinken die Durchimpfungsraten. Das hat man zuletzt bei der HPV-Impfung beobachten können, nachdem die ersten Todesfälle nach der Impfung bekannt geworden waren. Inden letzten Jahren sind laut RKI, der deutschen Seuchenbehörde, die Durchimpfungsraten bei den meisten empfohlenen Impfungen stetig gestiegen. Die Behauptung einer Impfmüdigkeit durch Politiker und Medien ist also reines Marketing-Geschwätz.

Doch seit dem angeblichen Maserntodesfall in Berlin Anfang des Jahres hat die öffentliche Diskussion eine Dynamik entwickelt, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Da sich die Regierungskoalition einig zu sein scheint, halte ich es inzwischen durchaus für möglich, dass noch 2016 im Bundestag eine allgemeine Impfpflicht für alle von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlenen Impfungen, zumindest aber eine weitere Verschärfung des Impf-Mobbings, beschlossen wird.

Von der derzeitigen Opposition aus Linken und Grünen ist ebenfalls kein ernsthafter Widerstand zu erwarten. Und die sich derzeit noch erfrischend unangepasst präsentierende Alternative für Deutschland (AfD) kann frühestens 2017 in den Bundestag einziehen. Für die vielen anderen kleinen und neuen Parteien sehe ich im Moment wenig Chancen, 2017 den Sprung in den Bundestag zu schaffen.

DAGIA: Ärzte fordern Einhaltung wissenschaftlicher Regeln

Da kommt die Initiative von derzeit über 200 Ärzten und Apothekern, die öffentlich die Einhaltung eines wissenschaftlichen Mindeststandards bei der Zulassung von Impfstoffen fordern, vielleicht fastschon ein wenig zu spät. Dennoch sollte man das Potenzial der DAGIA-Initiative nicht unterschätzen. Ab 2016 wollen die Initiatoren mit der Zahl der akademischen Unterstützer im Rücken Termine mit Bundestagsabgeordneten machen und sie für die real existierenden Mängel bei der Impfstoffzulassung sensibilisieren.

Wenn also Sie, lieber Leser, selbst Arzt oder Apotheker sind, dann können Sie sich auf www.dagia.org mit Hunderten Gleichgesinnten als Stimme der Vernunft bemerkbar machen, indem Sie dasUnterstützer-Formular unterzeichnen und an die Koordinierungsstelle einsenden. Bitte leiten Sie diese Info auch an Ihre Kollegen weiter.

Falls Sie »nur« medizinischer Laie sind, können Sie zwar der Initiative nicht offiziell beitreten, aber Sie können dem Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens beim nächsten Kontakt das ausgedruckte Unterstützer-Formular mitbringen und darum bitten, es zu unterzeichnen.

Lobby der Vernunft erforderlich

Die allermeisten Bundestagsabgeordneten sind wahrscheinlich einfach nur uninformiert bzw. völlig einseitig informiert. Da jeder von ihnen Familie hat, ist die Impffrage jedoch etwas, das sie sehrpersönlich betrifft.

Wir sehen die Chance, wenigstens ein paar Abgeordnete durch gute und quellenbelegte Argumente zum Nachdenken zu bringen. Gelingt dies bei genügend Abgeordneten mit einem Minimum an politischem Rückgrat, ist eine Impfpflicht vielleicht noch abwendbar.

Jeder Bürger kann sich an dieser Lobbyarbeit der Vernunft beteiligen, indem er sich um einen Termin bei dem Bundestagsabgeordneten seines Wahlkreises bemüht. Sobald dieser Termin feststeht, kann er Kontakt mit derDAGIA-Initiative oder mit dem Netzwerk für unabhängigeImpfaufklärung (NEFUNI) aufnehmen. Wir werden uns bemühen, einen kompetenten Vertreter zu diesem Termin zu schicken, so dass Sie dem Abgeordneten nicht allein gegenübersitzen.

Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun

Es reicht meiner Ansicht nach heutzutage nicht mehr, einfach auf eine Verbesserung der Zustände zu warten oder darauf zu warten, dass andere etwas tun. Ein afrikanisches Sprichwort zeigt uns den Weg: »Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann können sie das Gesicht der Welt verändern.«

Weitere kleine Möglichkeiten, das Gesicht der Welt bezüglich des drohenden Impfterrors mitzugestalten, finden Sie auf der Portalseite impfkritik.de.

Falls Sie selbst von Impf-Mobbing betroffen sind, dann möchten wir Sie z. B. ermuntern, eine Klage zu erwägen. Wir bereiten uns derzeit durch die Beauftragung von Gutachten und Einarbeitung von vertrauenswürdigen Anwälten darauf vor, solche Klagen durch die Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht zu begleiten. Das kostet natürlich Geld und jede kleine finanzielle Unterstützung hilft uns, uns allen zu helfen. Mehr dazu auf impfkritik.de.

Auch wenn sich das Impf-Mobbing derzeit ständig verschärft: Noch ist die Impfpflicht nicht da. Noch können wir aktiv werden und etwas dagegen tun, indem wir zunächst uns selbst besser informieren, unsere Umgebung informieren und politisch aktiver werden.

Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun…






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Niederlande: Fahrunterricht für Sex jetzt legal

Niederlande: Fahrunterricht für Sex jetzt legal

Udo Ulfkotte

Früher gab es in der Europäischen Union ein Wertesystem. Dieses kulturelle Wertesystem bildete das vereinigende Band zwischen den EU-Staaten. Heute bilden der Wettbewerb um Verfall, Niedergang und Werteverlust das einigende Band der EU.

In den Niederlanden ist es jetzt offiziell legal, Fahrunterricht für Sex anzubieten. Einen »Ritt für einen Ritt« nennt man diese Praxis. Und die Politik findet das völlig in Ordnung, solange die Fahrschüler volljährig sind.
Sowohl Verkehrsministerin Melanie Schultz van Haegen als auch Justizminister Ard van der Steur haben mitgeteilt, dass es in den Niederlanden legal ist, mit Geschlechtsverkehr als Gegenleistung zu bezahlen.

Der christdemokratische Politiker Gert-Jan Segers wies unlängst vergeblich darauf hin, dass es jetzt viele Inserate gibt, bei denen ein »Ritt für einen Ritt« angeboten werde.

Er vermutet, dass Prostituierte so die Steuern umgehen wollen. Verkehrsministerin Melanie Schultz van Haegen und Justizminister Ard van der Steur interessiert das nicht. Fahrunterricht für Sex – das ist doch angeblich »völlig normal«.

Die Niederländer machen derzeit ohnehin mit merkwürdigen Schlagzeilen von sich reden: Unlängst wurde bekannt, dass sie in Ländern der Dritten Welt Kindersoldaten als Kämpfer rekrutiert haben. Und in einem anderen Fall sind mehrere Milliarden Euro an niederländischer Entwicklungshilfeeinfach so spurlos verschwunden.

Ebenso erschreckend: Jeder zweite Moslem gibt in den Niederlanden an, absolut nichts von den Niederlanden zu halten und sieht sich in erster Linie als Moslem, aber ganz sicher nicht als Niederländer.

Im Klartext: Die Niederlande sind ein typisches EU-Land mit dem ganz normalen abschreckenden Werteverfall in EU-Staaten. Und auch jene Integration, die Politik und Leitmedien mit ihrer Propaganda Tag für Tag auf allen Kanälen vorantreiben wollen, findet in der Realität nicht statt.

Das alles kann nur in Kulturkreisen geschehen, in denen Journalisten gekaufte Maulhuren »Lügenpresse« sind und Politiker jene Gestalten, vor denen unsere Eltern uns einst gewarnt haben.





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Montag, 21. Dezember 2015

Die Bundesverteidigungsministerin und ihr syrischer Flüchtling

Die Bundesverteidigungsministerin und ihr syrischer Flüchtling

Torben Grombery

»Er sei aus seiner Heimatstadt Damaskus geflohen, weil er in der Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpfen sollte. Da er Sunnit sei, hätten ihn auch die Rebellen rekrutieren wollen« berichten Medien über den »Flüchtling«, den unsere Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kurzzeitig bei sich zu Hause aufgenommen und der ihr Leben bereichert hat. Einen Widerspruch hat in den Mainstream-Medien unterdessen niemand thematisiert und/oder erkannt.

Spätestens seit der akuten Gedächtnisstörung von Klebers Claus, die auch von Henryk M. Broder entsprechend kommentiert wurde, wundert man sich in Gänze nicht mehr darüber, dass offenkundige Widersprüche von Journalisten der deutschen Presselandschaft nicht einmal ansatzweise thematisiert und/oder erkannt werden.
Genauso eindeutig ist, dass niemand mit gesundem Verstand sich darum reißt, in einem Krieg zu kämpfen ‒ insbesondere nicht für die Interessen von arabischen Machthabern oder demokratiefernen sowie drittklassigen Politikern der westlichen Welt.

Das Boulevardblatt mit den vier großen Buchstaben hatte in seiner Sonntagsausgabe damit begonnen, unsere Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritiklos dafür zu feiern, dass sie vor einiger Zeit einen syrischen »Flüchtling« bei sich zu Hause aufgenommen und ihm die nötige Starthilfe gegeben hat, während unter ihrer Verantwortung die ersten deutschen Soldaten in genau den Krieg entsandt wurden, in den ihr Schützling verständlicherweise nicht involviert werden möchte.

Der beliebte Karikaturist Götz Wiedenroth hat diesen Widerspruch schon vor Wochen äußerst treffend in einer Karikatur skizziert. Die nahezu gleichgeschaltete deutsche Presselandschaft, die sich vehement und nachhaltig gegen den Vorwurf der Lügenpresse zur Wehr setzt, folgtunterdessen reihenweise dem Vorbild des Ursprungsberichts oder schreibt von der dpa-Meldung ab. Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt:
Nach Angaben des Blattes hat der Syrer inzwischen einen sicheren Aufenthaltsstatus. Er absolviert demnach eine Ausbildung als Pilot an einer Flugschule, hat eine kleine Wohnung in Hannover und hilft zweimal in der Woche in einer Asylunterkunft. Er zeige, >wie viel Kraft in so jungen Flüchtlingen steckt, wenn wir ihnen am Anfang Zuversicht geben<, sagte von der Leyen. >Diesen Schwung sollten wir aufnehmen und fördern, dann gelingt Integration.<
Und beispielsweise der Spiegel ergänzt kritiklos:
Auch dieses Jahr feiert der junge Mann Weihnachten bei den von der Leyens.
Auch der Nachrichtensender n-tv schreibt ohne Widerspruch:
»Verteidigungsministerin Von der Leyen hat einem Bericht zufolge einen Flüchtling bei sich zuhause aufgenommen und geholfen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Das hat offensichtlich gut funktioniert.«
Ursula von der Leyen findet es für ihre Kinder »unglaublich lehrreich zu sehen«, wie sehr der syrische »Flüchtling«, den ihre Tochter beim Reitsport kennengelernt hat, sich durchbeißen musste. Besonders hervorgehoben wird in vielen Beiträgen dazu, dass der junge Syrer bewusst auf staatliche Leistungen verzichtet hat, da seine Familie über genügend Geld verfüge. »Es gibt Flüchtlinge, die das Geld vom Staat dringender brauchen. Ich habe nur Sicherheit gesucht«, wird der 20-Jährige zitiert.

Es ist ja auch wirklich prima und offenkundig äußerst hervorhebenswert, wenn ein vermögender Flüchtling keinen Betrug zum Nachteil des deutschen Steuerzahlers begeht, in dem er Leistungen bezieht, die ihm nicht zustehen. Besonders gerne hätten wir die Bundesverteidigungsministerin auch dabei begleitet, wie sie mit ihrem auserkorenen Schützling in der Schlange im Bürgeramt für den Asylantrag gestanden hat und ihn beruhigte, als er anschließend fragte, ob es wirklich okay war, dass er als Religionszugehörigkeit Muslim angegeben hat.



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Streit unter Meinungsmachern eskaliert: Deutschlands Mietmäuler beklagen sich über die Mietschreiber

Streit unter Meinungsmachern eskaliert: Deutschlands Mietmäuler beklagen sich über die Mietschreiber

Markus Mähler

Jetzt platzt dem Bundesverband der Pressesprecher der Kragen. Die Manipulationselite im Auftrag von Politik, Wirtschaft und Lobbyisten beschwert sich über Deutschlands Journalisten: Die pfeifen auf Fakten und machen Meinungskampagnen inzwischen lieber auf eigene Rechnung – dabei bleiben die gesteuerten Botschaften aus der PR-Branche auf der Strecke. Hier streiten sich also Pest und Cholera gerade, wer die Meinungsfreiheit zuerst erdrosseln darf.

Wer in Deutschland die öffentliche Meinung erfolgreich manipulieren will, versteckt seine Meinungen, Vorurteile und Forderungen am besten im Trojanischen Pferd – und was wäre unverdächtiger als eine Studie mit dem Gütesiegel der Wissenschaft? Genau so hat es jetzt auch der Bundesverband der Pressesprecher gemacht. Er mietete sich die Journalistikforscher der Uni Hohenheim, die renommierte Professorin Claudia Mast gab ihren Namen dafür her und tausend Pressesprecher durften im Deckmantel der Wissenschaft die gleiche Botschaft wiederholen.

Am Ende wurde daraus eine Studie. Verpackt und verschnürt mit dem Titel »Thesenjournalismus statt ergebnisoffener Recherche? Erfahrungen von Pressesprechern mit Rechercheanfragen von Journalisten«. Die bandwurmlange Abrechnung der PR-Elite lässt sich so zusammenfassen: Blöd – Journalisten machen nicht mehr, was wir wollen.

Skandal: Journalisten nehmen PR-Profis die Kampagne aus der Hand!

Inzwischen kommt auf jeden Meinungsschreiber ein Meinungsmanipulator der PR-Branche. In Wahrheit sitzen aber auf beiden Seiten Journalisten. Viele springen wie durch eine Drehtür ständig hin und her, um sich auf der Karriereleiter nach oben zu wechseln. Sind sie aber gerade offiziell im Sold von Parteien, Unternehmen und Lobbyisten, haben sie nur einen Auftrag: ihre ehemaligen und Bald-wieder-Kollegen lautlos in die gewünschte Richtung zu schubsen. Das klappt immer weniger gut.

Würden sie darüber offen lästern, wäre es das Eigentor des Jahrzehnts für die PR-Profis. Also lenken tausend Pressesprecher von ihrem Teil der Schuld ab und lästern lieber über »zweifelhafte Recherchemethoden. Journalisten scheinen mehr und mehr mit vorgefertigten Storylines zuoperieren. Die Recherche dient dann nur mehr dazu, die These einseitig zu stützen. Fakten und Auffassungen, die diesen Zweck nicht erfüllen, werden ausgeblendet«.

Wie bändigt man Journalisten? Jetzt kommt der Erste-Hilfe-Ratgeber

In Wahrheit ist diese Studie eine Ohrfeige für Journalisten, die der PR-Liga nicht nur die Arbeit schwer machen, sondern gleich ganz wegnehmen: Journalisten verdrehen inzwischen von Haus aus die Wahrheit. Dabei spitzen sie so lange zu, bis eine einseitige und hysterische Treibjagd übrig bleibt. Wurde erst einmal Blut verspritzt, nimmt das gesamte Mediendorf Witterung auf, versammelt sich und reitet in der wild gewordenen Jagdgesellschaft mit – weil es Auflage, Klicks und Renommee verspricht. Steuern lässt sich so etwas nicht mehr. Ein Albtraum für jeden Pressesprecher.

Zum Glück bekommen die nun einen Erste-Hilfe-Kasten geliefert. Die Journalistikforscher im Auftrag des Bundesverbands der Pressesprecher schrieben nicht nur die Studie, sondern liefern auch einen Überlebensratgeber mit. Der ist voller Strategien, wie man renitente Journalisten wieder in den Griff bekommt: »Thesenjournalismus - Umgang mit unfairen Recherchen«Inzwischen kann die gesamte PR-Branche diese Servicebroschüre bestellen oder herunterladen.

Das Muster hinter dem Dauerskandal

Und das bekommt sie geliefert: Einen Leitfaden zur »erfolgreichen Gesprächsführung« mit Journalisten, die »passgenaue Vermittlung von Botschaften und Positionen« und »dieNachbereitung nach Eskalationen«. Eskalation meint hier Skandalberichterstattung, die übrigens gar nicht so wild ist.

Sie folgt stets dem gleichen Muster der Eskalation und wird zum GAU für die PR-Branche.

Diese gezielten Treibjagden wiederholen sich in immer schnellerer Folge: Flüchtlingskrise, Ukrainekrise, Abgaskrise bei Volkswagen, Fußballmärchen-Krise bei Beckenbauer, Blatter-Krise in der FIFA, Wulff-Krise in der BILD, Zumwinkel-Krise bei der Post. Nur ein einziges Mal gab es aber einen Stinkefinger als Höhepunkt, in der Grexit-Krise.

Stufe eins wird gezündet – der Skandal: Griechenland musste mit allen Mitteln aus dem Euro herausgeschrieben werden. Diese Trophäe wollte sich die BILD in ihre Opfersammlung hängen. Der Ton wurde bewusst auf einen maximalen Eklat hin zugespitzt. Sie forderte ihre Leser im Februar 2015 dazu auf, Nein zu sagen. »Keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen.« Die Leser sollten sich mit dieser Schlagzeile in einem Selfie fotografieren und das Bild an die BILD schicken. Damit die Springer-Journalisten ihre Macht auf Seite eins demonstrieren konnten; das »Volk«spricht in der »Volks«-Zeitung.

Stufe zwei wird gezündet – die Personalisierung: Jede Feindkampagne braucht ein Monster, das an allem schuld ist. Gab es da nicht diesen griechischen Sparminister, der mitten in der Krise nicht sparsam leben wollte der Marxist war, sich aber als Lebemann im französischen Klatschheftchen Paris Match ablichten ließ: am Klavier oder auf seiner pompösen Terrasse vor der Akropolis?. Yanis Varoufakis setzte sich sogar auf eine PS-starkeRennmaschine auf zwei Rädern – selbstverliebt und ganz lässig im modischen Hemd. Der Ökonomieprofessor gefiel sich sichtbar in seiner luxuriösen Rolle Euro-Monster der Medien. Vielleicht, weil der Grieche spürte, dass das der einzig stilvolle Abgang sein würde. Jeder andere Schuldenminister hätte in diesem überschuldeten Land über kurz oder lang auch gehen müssen.

Stufe drei wird gezündet – der GAU: Auf zum Höhepunkt der Kampagne. Das Positive wurde verschwiegen, es gab keine Nebengeräusche mehr, alles Negative steuerte auf einen großen Moment der Schande zu: den Stinkefinger von Varoufakis. Günther Jauch enthüllte das belastende Youtube-Video, während sich der griechische Finanzminister live um Kopf und Kragen redete.

Stufe vier wird gezündet – der Rücktritt: Varoufakis stahl sich aus dem Amt davon. Wenigstens war der polnische Abgang des Griechen ein Medientraum. Nicht heimlich durch die Hintertür, sondern mit Vollgas auf dem Motorrad. »Röhr«, titelte der Spiegel. Achten sie darauf. Journalisten wollen immer das von ihnen erschaffene Monster aus dem Amt jagen – so, als ob damit ein Reinigungseffekt eintritt und alles von selbst wieder gut wird. Jede Geschichte braucht ein Ende,denn nichts lässt sich endlos lange eskalieren. Der Rücktritt des Bauernopfers ist bloß die symbolische Ersatzhandlung, um alle anderen von der Schuld reinzuwaschen. Besser wird damit nichts, aber eine Kampagne ohne Knall siecht still und leise vor sich hin. Wenn das passiert, war sie ein Fehlschlag.

Ein braver Leser darf dabei eines nicht vergessen: Wenn sie wieder solch ein gesteuertes Schmierentheater wittern, dann spielen sie würdevoll schweigend mit. Bitte die verbreiteten Botschaften abnicken und auf der verbreiteten politischen Linie bleiben! Geben Sie weder Journalisten noch PR-Profis noch dem Parteibetrieb das Gefühl, Sie hätten diese Dauerschleife durchschaut. Ansonsten finden Sie sich als das nächste Opfer am Pranger der Meinungsmächtigen wieder. Aus der Schmach der Ertappten werden ganz schnell Hass und Wut. Und niemand möchte die Kampagne einer Wut-Elite gegen ein enttäuschtes »Volk« sehen, das nicht mehr mitspielen will. Hoppla, so weit sind wir ja schon.





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Wenn Paris brennt – und Moskau Bodentruppen schickt

Wenn Paris brennt – und Moskau Bodentruppen schickt

Stephan Berndt

Wie die jüngsten Terroranschläge in Paris mit dem russischen Engagement in Syrien zusammenhängen, und warum beides auch prophezeiten Vorzeichen für einen womöglich nachfolgenden großen Krieg in Europa entspricht. Es war Marie Anne Lenormand (1772-1843), Bürgerin der Stadt Paris und die bekannteste Wahrsagerin Frankreichs, die voraussagte, dass die Franzosen eines unglücklichen Tages ihre eigene Hauptstadt in Brand setzen werden. Und zwar nicht nur hier und dort etwas ankokeln, nein, richtig in Brand setzen.

Schon zu ihrer Zeit ging Madame Lenormand den Mächtigen – machthabenden Revolutionären und später Napoleon Bonaparte – gewaltig auf die Nerven. Mehrfach saß sie deshalb im
Gefängnis.Observiert wurde sie natürlich auch. Und so finden sich noch heute im französischen Nationalarchiv Überwachungsprotokolle1 der Pariser Polizei, aus denen hervorgeht, dass u. a. auch der russische Zar Alexander I. von ihren Diensten angetan war. Die Wahrsagerin hatte es offenbar »drauf«, wie man heute so schön sagt.

Die Barbaren, die Paris vernichten wollen

Madame Lenormand sagte aber nicht nur den Brand von Paris voraus, sondern auch, dass Frankreich im selben Moment von außen angegriffen wird.
»Der Pariser selbst wird mit der Wut und der Verzweiflung im Herzen [...], mit wütender Hand die Anstrengungen unterstützen, womit die Barbaren die Königin der Städte vernichten wollen.«2
Wer sind die Barbaren? Eine militärische Macht aus dem Osten? Deutschland? Etwa Russland? Wir kommen gleich darauf zurück.

Dass die Franzosen eines Tages ihre eigene Hauptstadt abfackeln, sagen noch andere Seher voraus. »Aha«, erkennt da der kritische Leser, »alles abgeschrieben!« Nun – nicht unbedingt. Denn in einem Prophezeiungstext des bekannten bayrischen Hellsehers Alois Irlmaier (gest. 1959) ist im Zusammenhang mit dem Brand von Paris explizit von der »Jugend« die Rede – und das sagte vor ihm keiner voraus:
»Zuerst wird die Stadt mit dem eisernen Turm sich selbst anzünden und Revolte mit der Jugend machen.«3
Jugendarbeitslosigkeit als Menetekel

Die Pariser Jugend hat bereits im Herbst 2005 eine Kostprobe ihrer pyromanischen Begabung geboten. Mehrere Wochen lang fackelten unzufriedene Jugendliche, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, zigtausend Autos ab – und auch schon einige Dutzend Häuser. Seit 2005 aber hat sich die soziale Situation der französischen Jugend nicht etwa verbessert, sondern weiter verschlechtert. Lag 2005 in Frankreich die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit bei 19 Prozent, so liegt sie heute bei 24 Prozent. Und die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt bei grauenerregenden 44 Prozent.4

Das ganze Gerede in Frankreich anlässlich der Terroranschläge vom 13. November, man müsse einheimischen Terroristen das Wasser abgraben, indem man den gewaltbereiten Jugendlichen eine soziale Aufstiegschance bietet, erscheint somit als substanzloses Geschwätz. Und es braucht nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, dass der IS weitere Angriffe in Frankreich lanciert und die schwülstigen Toleranzbeteuerungen dann an der Wut zu vieler europäischstämmiger Franzosen zerschellen. Deren Wut wiederum könnte dann die Wut der Immigrantenjugend schüren.

Bis vor wenigen Jahren schien das Bild der Pariser Bürger, die ihre eigene Stadt anzünden, völlig absurd, ja hirnrissig. Doch heutzutage wird alles plausibel: Es sind Pariser Bürger, die sich nicht (mehr) als Bürger Frankreichs empfinden und demnach gar nicht »ihre« Stadt in Brand setzen.

Wer sind die »Barbaren«?

Kommen wir nun zu den »Barbaren«, die sich zeitgleich der brennenden Stadt von außen nähern sollen. Diese hat Marie Anne Lenormand nicht weiter beschrieben. Orientiert man sich jedoch an
deutschen Hellsehern und Prophezeiungen, könnten es die Russen eigentlich nicht sein, denn die sollen nur bis zum Rhein gelangen. Des Rätsels Lösung findet sich bei einer anderen französischen Seherin:Marie-Julie Jahenny (gest. 1941). Ihr zufolge überqueren die Russen den Rhein erst ganz tief im Süden, erst im deutsch-französisch-schweizerischen Grenzgebiet, und kämpfen sich dann in Frankreich bis auf etwa 40 Kilometer an Paris heran.

Paris soll also genau in jenen Stunden brennen, da Russland in Mitteleuropa einfällt. Der Brand von Paris wäre demnach eine Datierungshilfe für den russischen Angriff bzw. wäre die innenpolitische Situation in Frankreich ein Frühindikator für den drohenden großen Krieg, der – ich erwähne es immer wieder – im Hochsommer eines Jahres X ausbräche, in Europa kein Atomkrieg wäre und nur rund drei Monate dauern soll.

Wenn alles »Frieden, Frieden« ruft

Darüber hinaus sagt die europäische Prophetie voraus, dass wenige Tage oder Wochen vor dem großen Krieg auf dem alten Kontinent ein neuer Nahostkrieg ausbricht. Wiederholt heißt es, alles rufe »Frieden, Frieden«. Demnach droht ein neuer Nahostkrieg, oder die Eskalation eines bereits laufenden. Und die Welt ahnt jetzt, dass die Politiker tatsächlich dabei sind, im Nahen Osten die Tore der Hölle aufzureißen.

Westliche und östliche Geostrategen sind sich jedoch einig, dass der eigentlich gefährliche Konflikt zwischen den USA und Russland droht. Geostrategisch gesehen ist der Nahe Osten nur Flanke, oder im Hinblick auf unsere Massenmedien: nur Ablenkung. Und auch hier wieder schließt sich der Kreis zur europäischen Prophetie, denn sie sagt voraus, dass der große Angriff aus dem Osten urplötzlich und »völlig unerwartet« hereinbricht.

Surprise, surprise

Lange Zeit war das kaum zu verstehen, denn angesichts modernster Spionagetechnik schien es äußerst unwahrscheinlich, dass sich eine Riesenarmee unbemerkt an die Ostgrenze der NATO heranschleicht und dann völlig überraschend zuschlägt. Inzwischen bietet sich eine Erklärung an: Das Überraschungsmoment liegt vor allem aufseiten des normalen Bürgers. Dieser wird zum einen durch die massenmediale Alleinherrschaft des »islamistischen Terrors« höchst effizient abgelenkt, und zum anderen wird die drohende Kriegsgefahr mit Russland so gut wie komplett unter den Teppich gekehrt.

Dass Putin in Syrien geostrategische Ziele verfolgt, nämlich versucht, ein weiteres Vordringen der NATO an Russlands Südflanke zu verhindern, wird geflissentlich übersehen. Ebenso unerwähnt bleibt, was wohl folgen würde, würde Syrien ins westliche Lager übergehen, also Assad gestürzt werden: Dann käme der Iran dran, der mit Syrien einen wichtigen Verbündeten verloren hätte. Und danach? – käme wohl Russland an die Reihe, das seinerseits mit Syrien und dem Iran zwei wichtige Verbündete verloren hätte. So jedenfalls die große Furcht in Moskau.

Die Verschwörungstheoretiker im Kreml

Alles nur eine Verschwörungstheorie? Mag sein. Doch was, wenn man im Kreml von dieser Theorie zutiefst überzeugt ist? Und genau danach sieht es aus!

Putin und seine Mitstreiter im Kreml haben in Syrien eine rote Linie gezogen. Der Kreml ist notfalls bereit zum Endkampf. Ja, Sie haben richtig gelesen! Der Kreml glaubt, die NATO wolle Russland
faktisch als autonomen Staat beseitigen. Das hat nicht nur Putin öffentlich gesagt, sondern auch andere russische Politiker. Nur in unseren Medien achtet man peinlich genau darauf, dass dies bei uns nicht zum Thema wird.

Wir müssen also aufpassen: Je mehr die großen Magier und Illusionskünstler dieser Tage uns gebannt und besorgt auf den islamistischen Terror starren lassen, desto größer wird die Gefahr, dass sich außerhalb unseres Sichtfeldes ein wahres Monstrum erhebt.

Lesen Sie mehr in meinen Büchern Was will Putin? und Countdown Weltkrieg 3.0.




Anmerkungen

1Kornelia Igges, Marie-Anne Lenormand, 2006, Seite 237.
Dieser Text wurde schon im Jahre 1849 in deutscher Sprache veröffentlicht. Im ausgesparten Text steht: »und erfüllt von der Lehre, welche der Moskowite uns gab« Damals war noch St. Petersburg die Hauptstadt Russlands. Der »Moskowite« ließe sich als kommunistischer Führer in Russland deuten – womit sich ein unstimmiger Zeitbezug ergäbe –, oder eben als Putin, der ideologische Vorkämpfer einer »multipolaren« Welt und größte Herausforderer Washingtons. Denkbar, dass ein Teil der Jugendlichen auch Globalisierungs- und EU-Gegner sind oder die Wahrsagerin Putin und Lenin fälschlicherweise ideologisch gleichgesetzt hat. Auch Hellseher deuten gelegentlich Dinge falsch, die nicht unmittelbar sichtbar sind. Siehe Hellseher und Astrologen im Dienste der Machtvon Stephan Berndt.
Stephan Berndt, Alois Irlmaier, Seite 288.
im Jahre 2014



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