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Montag, 30. Mai 2016

9/11 holt Obama ein – kommt der große Knall?

9/11 holt Obama ein – kommt der große Knall?

Peter Orzechowski

Es ist kein Zufall, dass gerade jetzt, wo US-Präsident Barack Obama in Saudi-Arabien eingetroffen ist, der Streit um ein Geheimdossier zu den Attentaten von 9/11 eskaliert. Die Saudis – so heißt es darin – sollen die Drahtzieher der Anschläge sein. Washington will Riad offensichtlich unter Druck setzen. Obama ist das nicht geheuer: Er hat Angst vor der Büchse der Pandora.

Immer mehr Abgeordnete im US-Kongress stimmen für eine Veröffentlichung eines Geheimdossiers, das die Unterstützung der Attentäter des 11. September 2001 durch Saudi-Arabien belegen soll. Demokraten wie auch Republikaner wollen außerdem ein Gesetz durchdrücken, welches die Immunität für Staaten aufhebt, wonach sie in den USA vor Anklagen geschützt waren. Bei Terroranschlägen auf US-Boden sollen Staaten nach diesem Gesetz keine Immunität mehr genießen. Das würde auch rückwirkend auf 9/11 zutreffen.

Der demokratische Führer im US-Senat, Chuck Schumer, sagte dazu, falls die Saudis im 9/11-Terror involviert waren, müsse es die Möglichkeit geben, sie zu verklagen. Dieses Gesetz werde die Möglichkeit schaffen, Klagen zuzulassen, um vor Gerichten zu klären, ob die saudische Regierung bei den Terroranschlägen involviert war. Falls ja, sollte sie einen Preis zahlen, so Schumer.

Die Veröffentlichung des Geheimpapiers würde den Klägern der Opfer des Terroranschlags die Munition liefern, mit der sie gegen Saudi-Arabien schießen könnten. Denn das Geheimpapier, um das es geht – die Amerikaner nennen es »28 pages« (28 Seiten) –, legt dar, welche Personen in den USA die Entführer der Anschläge vom 11. September 2001 unterstützt haben. Seit 13 Jahren wird es in einem Hochsicherheits-Tresorraum in Washington unter Verschluss gehalten und darf nur von einer Handvoll auserwählter Personen eingesehen werden – unter strenger Bewachung und ohne die Möglichkeit, Notizen zu machen.

Bob Graham, demokratischer Ex-Senator und damals Mitglied einer Kommission, war einer der wenigen, die es lesen durften. 13 Jahre lang schwieg er wie alle anderen, die Einsicht hatten. Doch in einem Interview mit dem TV-Sender CBS hat er nun sein Schweigen gebrochen.

Attentäter standen unter Beobachtung der CIA

Im Mittelpunkt der Äußerungen von Graham stehen zwei der vier Flugzeugentführer von 9/11: Khalid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi. Sie waren der CIA bereits als Al-Qaida-Mitglieder bekannt und 1999 in Kuala Lumpur observiert worden, bevor sie offiziell im Januar 2000 über Los Angeles indie USA einreisen konnten.

Der Bericht beschreibt ein Netzwerk von Personen, die die Entführer direkt in den USA bei den Anschlägen unterstützt haben könnten. Das sagte Graham Steve Kroft, dem Moderator der legendären CBS-Sendung 60 Minutes.

Graham begründet seinen Verdacht damit, dass weder die beiden Entführer noch 17 weitere Helfer dazu in der Lage gewesen sein können, in den USA die Anschläge mit großer logistischer Kompetenz vorzubereiten. »Ich halte es nicht für plausibel, zu glauben, dass 19 Personen, von denen die meisten kein Englisch sprachen und nie zuvor in den USA waren und nicht mal über eine Schulausbildung verfügten, in den USA eine so komplizierte Aufgabe erledigen konnten, ohne innerhalb der USA Unterstützung gehabt zu haben.« Auf die Nachfrage des Moderators, ob er glaube, die Unterstützer kämen alle aus Saudi-Arabien, antwortete Graham: »Im Wesentlichen.« Als Kroft nachhakte, ob er damit zum Beispiel die saudische Regierung meine, wohlhabende Leute und Wohlfahrtsgesellschaften, bestätigte Graham: »All die gerade genannten.«

Dass die späteren Entführer al-Mihdhar und al-Hazmi nicht bei der Einreise verhaftet wurden, lag vermutlich daran, dass sie als V-Leute von der CIA angeworben werden sollten. Das heißt also, dass die CIA beide Attentäter unter Beobachtung hatte.

Ist Grahams Enthüllung also nur eine Ablenkung von den wahren Drahtziehern? Auffallend ist, dass Graham betonte, das Entscheidende sei, dass die beiden Entführer auch zu höherrangigen Saudis Kontakte aufgenommen hatten, darunter ein Diplomat, der im saudischen Konsulat von Los Angeles arbeitete.

Tim Roemer, ehemaliges Mitglied der 9/11-Kommission, der ebenfalls Einsicht in das Dossier bekommen hatte, bekräftigte in der CBS-Sendung die Aussagen von Graham. So soll der saudische Diplomat den beiden Entführern in San Diego zum Beispiel eine Wohnung und Geld besorgt haben. Sie hätten die Entführer mit weiteren Personen bekanntgemacht, die sie dann später mit wichtigen Dokumenten wie Regierungsausweisen versorgten und denen sie Zugang zu Flugstunden verschafften. Erstaunlich, wie auf einmal alle Angriffe gegen die Saudis gerichtet sind.

Amerikanisch-saudische Spannungen

Die Saudis befürchten nach einer Veröffentlichung des Dossiers eine enorme Klagewelle von Angehörigen, z.B. wegen Terrorfinanzierung oder indirekter Unterstützung der Attentäter.

Der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir intervenierte auch bereits in Washington. Al-Dschubeir drohte der amerikanischen Regierung, Saudi-Arabien würde in diesem Fall sofort amerikanische Wertpapiere und Anleihen im Wert von mehr als 750 Milliarden Dollar verkaufen, um zu verhindern, dass diese im Fall einer Anklage des Königreichs von den amerikanischen Behörden eingefroren würden. Amerikanische Finanzexperten halten die Drohung der Saudis für einen Bluff, da ein kompletter Verkauf sehr schwer auszuführen sei und am Ende die Ökonomie des saudischen Königreichs zu stark lähmen könnte.

Dennoch: Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien sind angespannt. Grund dafür ist zum einen der Machtgewinn des Iran auf internationaler Ebene – möglich geworden durch den Deal mit den USA über die Nutzung und Kontrolle der iranischen Nuklearanlagen. Zum anderen durch Washingtons Verständigung mit Russland im Syrienkonflikt. Auch dort fühlen sich die Saudis (wie auch Erdoğan) von den Amerikanern hintergangen. Schließlich ist Riad not amused, dass die USA nicht mehr so abhängig vom saudischen Öl sind, wie sie es noch waren, bevor mit dem Frackingbegonnen wurde.

Was 9/11 mit dem Öl-Treffen in Doha zu tun hat

Die Drohung mit der Veröffentlichung des 28-seitigen Geheimpapiers dürfte aber auch mit der großen Öl-Konferenz am Sonntagabend in Doha im Golfemirat Katar zusammenhängen. Bis kurz vor dem Treffen sah es nämlich nach einem Deal zwischen Saudi-Arabien und Russland aus. Eine Drosselung der Fördermengen schien in Aussicht. Experten erwarteten ein unverbindliches Abkommen – eines, das den Willen zu einer gemeinsamen Lösung dokumentiert. Russische Medien hatten sogar berichtet, dass Saudi-Arabien und Russland bereits vorab einen Pakt geschlossen hätten.

War also die Drohung mit der 9/11-Bombe ein Schuss vor den saudischen Bug? Heute jedenfalls ist von einem russisch-saudischen Deal keine Rede mehr. Im Gegenteil: Saudi-Arabien droht mit einer neuen Förderoffensive. Der saudische Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman teilte mit, das Königreich könne die tägliche Fördermenge sofort um zehn Prozent auf 11,5 Millionen Barrel steigern. Innerhalb von sechs Monaten seien sogar 12,5 Millionen Fass möglich.

Obama gegen Freigabe der Papiere – um US-Verstrickung zu verbergen?

Amerikanische Medien beobachten eine hartnäckige Lobbyarbeit der Obama-Administration unter den Kongressabgeordneten – mit dem Ziel, die Freigabe der Papiere zu verhindern. Das Weiße Haus drohte laut CNN gestern dem US-Kongress, Obama werde als US-Präsident sein Veto einlegen gegen dieses Gesetz, wenn es denn im US-Kongress verabschiedet wird.

Dass Obama so hartnäckig gegen die Freigabe der Geheimpapiere ist, dürfte allerdings nur vordergründig mit dem Schutz der saudischen (Noch-) Freunde zusammenhängen. Vermutlichfürchtet der US-Präsident eher, dass die Freigabe sich zu einem Öffnen der Büchse der Pandora ausweiten könnte. Nämlich dass enthüllt werden könnte, wie die US-Regierung selbst in 9/11 verstrickt war.

Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hatte schon vor einiger Zeit auf CNN über die Bush-Regierung gesagt: »Sie wussten, ein Angriff wird kommen ... George Tenet, der CIA-Chef, wusste im Voraus, es wird einen Angriff geben, und er sagte es dem Präsidenten, und er sagte es jedem, der zuhören wollte.« Das Erstaunliche ist, Trump selber wusste es auch, denn er kündigte es in seinem Buch an, das im Jahr 2000 – ein Jahr vor 9/11 – erschienen war. In dem Buch The America We Deserve (»Das Amerika, das wir verdienen«) schrieb Trump damals: »Ich bin wirklich überzeugt, wir sind in Gefahr eines Terrorangriffs, das den Bombenanschlag des World Trade Center (1993) aussehen lässt wie Kinder, die mit Knallfröschen spielen.«

Trump sagte damals voraus: »Eines Tages wird man uns erzählen, eine dunkle Gestalt ohne festen Wohnsitz mit Namen Osama bin Laden ist Volksfeind Nummer eins, und US-Kampfjets werden sein Lager in Afghanistan plattmachen«, schrieb Trump. »Er flüchtet zurück unter einen Stein und einige Nachrichtenzyklen weiter geht es um einen neuen Feind und neue Krisen.«








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Freitag, 20. Mai 2016

Erdbeben und Vulkanausbrüche: Unser Planet im Aufruhr

Erdbeben und Vulkanausbrüche: Unser Planet im Aufruhr

Andreas von Rétyi

Die Meldungen über Naturkatastrophen scheinen sich derzeit zu überschlagen – der mexikanische Vulkanriese Popocatéptl erwacht zu neuem Leben, Erdbeben in Ecuador, Japan und im Yellowstone beherrschen die Schlagzeilen. Gerät die Erde aus dem Gleichgewicht?

Tatsächlich scheinen so manche Katastrophen – rein statistisch betrachtet – mittlerweile überfällig zu sein. Ob nun große Ausbrüche von Vesuv und Ätna, ein starkes Beben in der Region des San-Andreas-Grabens oder sogar eine verheerende Eruption des Yellowstone-Supervulkans. Selbst der große Schlag von außen, der Absturz eines größeren Asteroiden, gilt als überfällig.

Nun klingt das alles vor allem nach Spekulation und Panikmache. Außerdem: Wurde die Welt nicht seit ihrem Bestehen schon immer von Katastrophen heimgesucht? Und hat sie nicht trotzdem weiterexistiert? Immer wieder gab es allerdings geologisch aktivere Perioden. Auch wenn sich mit Wahrscheinlichkeiten kaum allzu sinnvoll operieren lässt, fällt derzeit eine Häufung geologischer Aktivität auf. Einige Geologen sehen darin Anzeichen für bevorstehende größere Katastrophen. Diese Fachleute, wohl allen voran Jim O. Berkland, gelten allerdings als Außenseiter ihrer Zunft.

Tatsache ist, dass letzte Woche der gefährlichste Vulkan Mexikos wiedererwachte. Der beinahe 5500 Meter hohe Popocatépetl, kurz auch »El Popo« genannt, begann vom 17. auf den 18. April wieder Feuer zu speien, warf Lava aus und produzierte laut Angaben des mexikanischen National Disaster Prevention Center (CENAPRED) eine rund drei Kilometer aufragende Aschesäule.

Der Vulkan zeigt sich bereits seit einigen Jahren steigend aktiv: Die Serie begann nach einer rund 70 Jahre währenden Ruhephase kurz vor Weihnachten 1994. Sie setzte sich dann durch weitere Ausbrüche in den Jahren 2000, 2007, 2011, 2012, 2013 und 2015 fort. Ganz eindeutig nimmt alsodie Aktivität zu.

In der Region leben etwa 25 Millionen Menschen, die direkt von Ausbrüchen des Vulkans betroffen sind – allein in Mexico City leben 18 Millionen Menschen. Für sie besteht akute Gefahr. Ein großer Ausbruch wäre eine in modernen Zeiten nie dagewesene Katastrophe für Mexiko.

Solche starken Eruptionen ereigneten sich in der Geschichte des Vulkans wiederholt, reichen allerdings Jahrtausende zurück. In historischen Zeiten gab es lediglich im Jahr 1509 eine Großeruption des Popocatépetl, dessen Name aus der Aztekensprache stammt und so viel wie »rauchender Berg« bedeutet.

Mit der Vorhersage bleibt es nach wie vor schwierig. Was die Zukunft bringen wird, lässt sich also auch hier und jetzt kaum absehen. Doch die Häufung der Ausbrüche fällt auf. Auffallend auch die zahlreichen Erdbeben, wie sie in den vergangenen Tagen etliche Regionen der Welt heimgesucht haben.

Da wären die aktuellen Schwarmbeben im Yellowstone-Nationalpark, vor allem aber die starken Beben in Ecuador und Japan, wo sich derzeit auch zwei Vulkane wieder aktiver zeigten: der Sakurajima und der Suwanosejima. Im Laufe des Aprils machten weltweit etliche Vulkane auf sich aufmerkam, darunter der Colima, wiederum Mexiko, der Villarrica in Chile, der Fuego und der SantaMaria auf Guatemala, der Mt. Cleveland in Alaska oder der Reventador in Ecuador.

Die Ereignisse schienen sich um die Monatsmitte zu häufen. Am 16. April ereignete sich auch das schwere Erdbeben in Ecuador, das auf der Momenten-Magnituden-Skala eine Stärke von 7,8 erreichte und Hunderte von Todesopfern forderte, sowie fast zeitgleich eine Erdbebenserie in Japan, die maximal eine Stärke von 7,0 erreichte. Kann hier ein Zusammenhang bestehen, trotz einer Distanz von mehr als 15 000 Kilometern?

Der renommierte Geophysiker Paul Caruso, Forscher der amerikanischen Geologiebehörde U.S. Geological Survey (USGS), äußerte sich zwar insgesamt vorsichtig zu der Frage, ob die Katastrophen wirklich miteinander in Verbindung stehen könnten, normalerweise seien Beben auf die Distanz über einen ganzen Ozean hinweg nicht gekoppelt.

Dennoch existiere eine Hypothese, dass große Beben eine Art Kettenreaktion auslösen können. Immerhin, die beiden so weit entfernten Schauplätze stehen tatsächlich in Verbindung miteinander:über den berühmten zirkumpazifischen Feuergürtel (»Ring of Fire«). Auch andere Fachleute halten es für möglich, dass die großen Erdstöße weitere Beben nach sich ziehen können.

Roger Bilham von der Universität Colorado geht sogar so weit zu warnen, dass die gegenwärtigen Bedingungen vier seismische Ereignisse größer als 8,0 nach sich ziehen könnten. Sollten sie aber zunächst ausbleiben, könnte sich die Energie längerfristig weiter aufstauen und noch stärkere Beben auslösen.

Ähnliches erwarten derzeit indische Forscher. Sie erklären, dass sich gegenwärtig genügend tektonische Spannungen aufgebaut haben, um ein Erdbeben größer als 8,0 zu entfesseln. Dies könne jederzeit geschehen.

Der bereits erwähnte, heftig umstrittene US-Geologe Jim Berkland geht davon aus, dass die meisten großen Beben zu Zeiten von Voll- oder Neumond auftreten, was auch andere Geologen mit Blick auf die Gezeitenwirkung grundsätzlich für plausibel halten. Berkland macht sich gegenwärtig vor allem Sorgen zur San-Andreas-Verwerfung und zur Subduktionszone der Kaskadenkette an der US-Westküste.

Tatsache ist, dass dem großen Erdbeben, das San Francisco am 18. April 1906 heimsuchte, also vor ziemlich genau 100 Jahren, ebenfalls schwere Beben in Ecuador und Japan vorausgingen: Am31. Januar 1906 wurde Ecuador von einem sehr starken Erdbeben (Magnitude 8,8) erschüttert, am 17. März 1906 folgte dann ein heftiges Beben in Japan (Magnitude 7,8).

Fachleute wie die Seismologen José Andrade und Ares Rosakis vom Verwaltungsausschuss der Yachay University in Ecuador drängen darauf, das Land endlich mit einem Frühwarnsystem auszustatten.

Derzeit scheint sich die Erde selbst wie ein natürliches Frühwarnsystem zu verhalten, so meinen auch manche Forscher. Kündigt sich wirklich eine große Katastrophe an? Selbst wenn zu hoffen bleibt, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, wird »es« doch unvermeidlich wieder geschehen. Nur wann, das ist eben die Frage.





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Aktive Erde: Teile des Erdmantels lösen sich ab

Aktive Erde: Teile des Erdmantels lösen sich ab

Andreas von Rétyi

Auch mehrere Milliarden Jahre nach ihrer Entstehung bleibt die Erde ein aktiver Planet. Kontinente verschieben sich, Erdbeben und Vulkanausbrüche suchen die Welt heim, und auch tief im Inneren der Erde ist alles in Bewegung. Forscher glauben nun, eine Erklärung dafür gefunden zu haben, warum sich in der letzten Zeit verstärkt Beben in den südöstlichen USA ereignet haben, einer tektonisch sicheren Region.


Die südöstlichen Vereinigten Staaten liegen mitten auf der riesigen Nordamerikanischen Platte und sind damit eine vor Erdbeben eher sichere Region. Seismische Aktivität findet bekanntlich vorwiegend an den Rändern der großen tektonischen Platten statt. Irgendetwas muss aber nun dazu führen, dass die Erde auch dort bebt.

Der Geophysiker Berk Biryol, Seismologe an der University of North Carolina at Chapel Hill (UNC Chapel Hill) hat nun zusammen mit seinen Kollegen dreidimensionale Karten vom obersten Abschnitt des Erdmantels angefertigt.

Dieser feste Teil bildet gemeinsam mit der darüber liegenden Erdkruste die Lithosphäre als starre Gesteinshülle unseres Planeten. Der untersuchte Bereich bildet den Boden tektonischer Platten, die ihrerseits auf der warmen, zähflüssigen Masse der Asthenosphäre als oberer Mantelzone schwimmen. Aus den Bilddaten geht hervor, dass die Plattendicke in den südöstlichen Vereinigten Staaten ungleichmäßig ist. Hier finden sich dicke Regionen mit dichtem, altem Fels zusammen mit dünneren Bereichen, die aus jüngerem, weniger dichtem Fels bestehen.

Die Wissenschaftler haben nun eine Theorie entwickelt, welcher Vorgang zunehmend für Beben an der Erdoberfläche sorgt. Im Laufe der Zeit gelangt neues Material in die Platte hinein, einige ihrer Teile werden auseinander geschoben und diese Veränderungen sorgen auch für die Entstehung dichterer Regionen. Die Schwerkraft zieht die massiveren Teile in den Mantel hinein. Material zerfällt und sinkt in die Asthenosphäre hinab. Auf diese Weise bilden sich Lücken, eben genau dort, wo die Brocken aus dem Boden der tektonischen Platte in die Tiefe fallen, so erläutern die Forscher. Bei diesem Prozess steigt Material geringerer Dichte aus der Asthenosphäre auf und füllt den Raum. Es kühlt sich ab und bildet neue Plattenabschnitte. Während des ganzen Hin und Her passiert vor allem eines: Sobald Teile der Platte abfallen, wird sie natürlich dünner und anfälliger. Insgesamt steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit für seismische Aktivität deutlich an. So deuten die Forscher die Situation.

Natürlich geschieht das alles nicht von heute auf morgen und auch nicht erst seit gestern. »Diese Ereignisse finden für gewöhnlich über lange Zeitperioden statt. Die geologische Zeitskala erstreckt sich über Jahrmillionen«, so Biryol. Seiner Einschätzung nach findet der Prozess im beobachteten Gebiet bereits seit rund 65 Millionen Jahren statt. Und was wird in der nächsten Zukunft geschehen?

Die Forscher haben ihren Blick lediglich in die Vergangenheit gerichtet, doch Biryol glaubt nicht, dass sich die Menschen im Südosten der USA jetzt auf eine Katastrophe vorbereiten müssen. »Ich denke nicht, dass sich die Dinge in Zukunft ändern werden, zumindest nicht zu unseren Lebzeiten oder denen unserer Enkel oder deren Enkel. Geologische Prozesse finden über lange Zeitspannen statt, nichts wird sich über Nacht dramatisch ändern.« Und doch gibt es immer wieder sehr vehemente Ereignisse, die über Nacht geschehen – natürlich vor allem an Plattenrändern. Der berühmt-berüchtigte Pazifische Feuerring oder »Ring of Fire« macht da seinem Namen alle Ehre. Was die USA betrifft, wurden Beben in eher ruhigen Gebieten jedoch bereits registriert, das scheint bemerkenswert genug.

Das Erdbeben, das sich am 23. August 2011 bei Mineral in Virginia ereignete, erreichte die Stärke 5,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala, erhielt die Einstufung »sehr stark« (VII) auf der zwölfstufigen Mercalli-Intensitäts-Skala und wurde von mehr Menschen wahrgenommen als jedes andere Erdbeben der US-amerikanischen Geschichte. Das bestätigt auch der US GeologicalSurvey als wissenschaftliche Kartografie-Behörde des US-Innenministeriums. Vielleicht war es ein nicht ganz zu unterschätzendes Signal, wenn auch für die nähere Zukunft kein Grund zur Panik bestehen dürfte.

Dramatischer könnte sich die Situation hingegen schon relativ bald auf Hawaii entwickeln. Natürlich herrscht hier geologisch gesehen auch eine völlig andere Sachlage.

Die vulkanische Inselgruppe befindet sich auf einem besonders heißen Bereich der Asthenosphäre. Hawaii wird als zentrales Ziel für Erdbeben und Tsunamis aus beinahe jeder Richtung beschrieben.

Forscher der Universität Hawaii haben vor wenigen Tagen eine bemerkenswerte Prognose gewagt. Sie sagen einen Mega-Tsunami voraus, der möglicherweise bereits in den nächsten 50 Jahren eintreten und katastrophale Schäden verursachen wird. Das bedrohliche Naturereignis soll von den Aleuten ausgehen, dort ausgelöst durch ein Erdbeben der Stärke 9.0, was dem verheerenden Tōhoku-Beben von 2011 entspricht. Die Wissenschaftler rechnen mit der Entwicklung einer rund zehn Meter hohen Flutwelle.

In der Region der Aleuten-Inselkette taucht die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte ab, wodurch immer wieder starke Erdbeben ausgelöst werden. Dass das große Erdbebentatsächlich in der genannten Zeitspanne kommt, beziffern die Geologen die Geologen mit einer neunprozentigen Wahrscheinlichkeit.

Sie haben auch durchgerechnet, in welcher monetären Größenordnung sich die Schäden bewegen dürften. Ergebnis: rund 3,6 Milliarden US-Dollar! Auf Grundlage dieser Prognose werden bereits erste Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Dazu zählt die Aktualisierung von Tsunami-Warnkarten, Neudefinition von Evakuierungszonen und eine Erweiterung der als gefährdet eingestuften Gebiete. Es ist doch immer besser, vorbereitet zu sein.








Das Ewigkeits-Rad des Johann Bessler und andere Energiewunder
Im Mittelpunkt dieses fesselnden neuen Buches von Andreas von Rétyi steht der bis heute geheimnisumwitterte Johann Bessler und sein unfassbares Ewigkeits-Rad: Hat er schon vor langer Zeit die geniale Lösung für alle Energieprobleme unserer Welt gefunden?


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Mittwoch, 18. Mai 2016

Die Wahrheit kommt immer ans Licht

Die Wahrheit kommt immer ans Licht

Michael Morris

In weiten Teilen Europas bereiten sich Polizei und Armeen auf den Straßenkampf vor, denn immer mehr Europäer lehnen eine Politik ab, die nur für die Besitzer der Großkonzerne und Banken sowie gegen die Bürger gemacht wird. Es ist mittlerweile egal, welche der etablierten Parteien am Ruder ist, weil sie sich kaum noch unterscheiden. Als Folge entstehen europaweit alternative Parteien, die für das Establishment eine existenzielle Bedrohung darstellen.

Die Günstlinge des alten Systems wehren sich verbissen gegen den Machtverlust. Anstatt jedoch neue politische Strömungen für sich zu nutzen, schüren sie eine Anti-Haltung gegen alle, die eine positive Veränderung fordern. Man ist nicht mehr »für« die einen, sondern nur noch »gegen« die anderen. Diese »negative Parteilichkeit« nimmt in Europa wie in den USA immer extremere Formen an, da die etablierten Politiker einen immer tieferen Keil in die Bevölkerung treiben, um deren wachsenden Widerstand zu zerschlagen. Doch der wächst weiter und die Wahrheit kommt immer öfter ans Licht.

Wie ich in Was Sie nicht wissen sollen – Band 2 beschrieben habe, hält die Europäische Gendarmerietruppe (EUROGENDFOR) im italienischen Vicenza regelmäßig Anti-Terror-Übungen ab:
»Sie trainiert dort Polizei-Spezialeinheiten aus ganz Europa im Häuserkampf und in den Techniken der ›zivilen Konfliktlösungsstrategie‹. Die Gendarmerie ist einemilitärische Einheit und untersteht nicht dem Polizeikommando, sondern dem Militär. Die Europäische Gendarmerietruppe ist ausdrücklich geschaffen worden, um im Krisenfall die Aufgaben der Polizei zu übernehmen oder die Polizei zu überwachen. Sie steht also über der Polizei. Sie kann jederzeit wahlweise unter das Kommando der EU, der Vereinten Nationen, der NATO, der OSZE oder anderer internationaler Organisationen oder ›Ad-hoc-Koalitionen‹ gestellt werden – was auch immer das sein mag!«
Frankreich und Belgien befinden sich längst im Ausnahmezustand. Belgien ist seit Jahren ein Synonym für Regierungsnotstand und gescheiterte Einwanderungspolitik. In Frankreich ist die Präsenz des Militärs in den Städten bereits zum Alltag geworden. Dabei ist schwer zu sagen, was die Regierung in Paris mehr fürchtet: vermeintlichen islamistischen Terror, das Heer arbeitsloser Migranten, Marine Le Pen oder die Anti-Regierungs-Bewegung »Nuit Debout«, die aufgrund des kritischen Dokumentarfilms Merci Patron (Danke Chef) entstand?

Griechenland ist wirtschaftlich und sozial völlig zerstört, die Visegrád-Staaten entfernen sich immer weiter von der EU. In Österreich ist die Regierung am Pro-Merkel-Kurs von Kanzler Faymann gescheitert und in England tobt eine mediale Schlacht über Austritt oder Verbleib in der Union. Eben erst berichtete der Telegraph darüber, dass die EU keine europäische Erfindung ist, sondern in den späten 1940er-Jahren von CIA-Mitarbeitern erdacht und finanziert wurde, damit die USA Europa besser kontrollieren können. Wunderbar! Das ist kurz gefasst genau das, was ich in Was Sie nicht wissen sollen 2 im Kapitel »Die Europäische Lüge« ausführlich beschrieben habe: »Das Committee for a United Europe wurde 1948 gegründet. Geleitet wurde es von General William J. Donovan. Sein Stellvertreter war der spätere CIA-Direktor Allen Dulles. Das belegen US-Geheimdienstdokumente, die im Jahr 2000 freigegeben wurden. Auf ihr Betreiben entstanden die Europäische Föderalistische Bewegung und ab 1955 das Aktionskomitee für die Vereinigten Staaten von Europa, dessen Vorsitzender der französische Geschäftsmann Jean Monnet war.« Irgendwann kommt die Wahrheit immer ans Licht – man muss nur Geduld haben.

Seit Österreich die Grenzen zu Italien abriegelt, um den Zustrom der von Angela Merkel gerufenen Migranten zu begrenzen, bereitet sich auch Italien auf harte Zeiten vor. Die italienische Bevölkerung ist mehrheitlich gegen die Aufnahme von noch mehr Zuwanderern. Doch allein im März 2016 kamen bereits viermal so viele Flüchtlinge nach Italien wie im März des Vorjahres. Alle Carabinieri-Dienststellen werden nun aus Angst vor Unruhen deutlich aufgerüstet. Wie in den USA wurde dieitalienische Polizei auch mit Fahrzeugen ausgestattet, die für den Straßenkampf geeignet sind. In den wichtigen Bahnhöfen patrouillieren bewaffnete Militärstreifen, denn in Libyen warten mehrere hunderttausend Afrikaner auf ihre Überfahrt nach Italien.

Wenn der Brenner und die Schweiz dicht sind, dann werden sie in Italien bleiben müssen. Dennoch wetterte Premier Matteo Renzi beim Besuch von Angela Merkel gegen Österreich, denn »die Einführung von Grenzkontrollen sei allein schon deshalb ungerechtfertigt, weil es keinerlei Flüchtlingsnotstand gebe«. Zwei Tage später lieferten sich am Brenner erboste linke italienische Extremisten »wie bestellt« eine Straßenschlacht mit den Carabinieri, von denen mehrere verletzt wurden. EU-treue Politiker scheinen dieser Tage alles zu tun, um Gewalt zu schüren.

Das Europa der Einzelstaaten, unterschiedlicher Kulturen und Sprachen wird systematisch zerstört, und wer sich gegen die Zerstörung der nationalen Identität zur Wehr setzt, wird bestraft – politisch, medial, wirtschaftlich. Ist es nicht spannend, dass genau jene zwei Länder, die im Jahr 2015 in Europa relativ gesehen die meisten Flüchtlinge aufnahmen und sich nun aktiv vor dem weiteren Zustrom von Migranten schützen wollen, laut demFDI Confidence Index 2016 von den internationalen Investoren abgestraft werden, indem man sie als weniger investitionswürdig einstuft? Es handelt sich dabei um Schweden und Österreich, die nun für das Großkapital angeblich weniger vertrauenswürdig sind als Thailand, Taiwan, Südkorea oder Mexiko. Dieser Krieg gegen nationale Souveränität wird auf vielen Ebenen geführt.

Obwohl Deutschland in der Mitte der Süd-Nord-Flüchtlingsroute liegt und ebenfalls sehr viele Migranten aufnahm, wird das Land (anders als Österreich und Schweden) bei »Investoren« immer beliebter, da Angela Merkel bislang alle Befehle ihrer US-Auftraggeber brav ausführte und ihr Volk im Griff hat – zumindest noch. Hier werden die wenigen zehntausend Unruhestifter vonseiten der großen Parteien mithilfe der staatlichen Medien und mithilfe linker Anarchisten eingeschüchtert und in Schach gehalten. Rote, Schwarze, Grüne, Linke und die Leitmedien beschimpfen die Vertreter der AfD und hetzen ihre schwindende Anhängerschaft gegen die neue Partei und damit gegen deren Wähler. Sie führen bewusst eine Spaltung in der Gesellschaft herbei, anstatt auf die Millionen von Menschen zuzugehen, die sich enttäuscht und verärgert von ihnen abgewandt haben. Die Zeichen stehen auf Bürgerkrieg, weil das politische Establishment keinen Widerspruch des Volkes duldet.

Ähnliches spielt sich in Österreich ab. Nach dem überraschend klaren Vorwahl-Sieg des von der FPÖ unterstützten Norbert Hofer zur Bundespräsidentenwahl im April 2016 waren sich die Vertreter der alten Proporz-Parteien einig: Sie wollten alles daransetzen, um »Hofer zu verhindern«. Dessen Widersacher in der Stichwahl um das höchste Amt im Staat, Alexander Van der Bellen von denGrünen, ging sogar so weit, dass er erklärte, selbst wenn die FPÖ bei den nächsten Parlamentswahlen (spätestens 2018) die Mehrheit bekäme, würde er als möglicher Bundespräsident keinen FPÖ-Bundeskanzler angeloben. Damit hat er sich klar gegen die Demokratie ausgesprochen, weil er offen zugibt, den Willen der Mehrheit des Volkes ignorieren zu wollen. Die Diktatur ist also nicht nur in der Türkei wieder salonfähig geworden.

Was sagt es uns, wenn Politiker einstmals großer Parteien im Angesicht des eigenen Niedergangs nur noch andere schlechtmachen, anstatt selbst bessere Lösungen anzubieten? Es sagt uns, dass diese hervorragend bezahlten und gut beschützten Beamten völlig inkompetent und unflexibel sind. Es sagt uns, dass diese Politiker völlig vergessen haben, dass sie unsere Angestellten sind und dass wir sie bezahlen. Es sagt uns, dass sie eindeutig einem anderen Herrenals dem eigenen Volk dienen!

Ich zitiere mich wieder selbst, denn so traurig es ist, so vorhersehbar war und ist das eben Besprochene: »Um ihren Traum von der Weltherrschaft zu verwirklichen, wird die geheime Weltregierung die Welt ins Chaos stürzen müssen. Ihre einzige Chance besteht darin, ihre stärksten Widersacher zu schwächen, am besten dadurch, dass sie diese gegeneinander aufhetzt und in direkte Kämpfe verwickelt. Es ist ihr erklärter Plan, die bisherige Weltordnung zu zerstören, um die Einzelteile neu zusammenzusetzen. Die meisten der oberen Zehntausend sind in einer der großen Geheimlogen Mitglied. Der Wahlspruch der Obersten Rate des freimaurerischen Systems des alten und angenommenen Schottischen Ritus lautet: Ordnung aus dem Chaos (Ordo ab Chao)!«

Und weil es so traurig ist, möchte ich an dieser Stelle auch festhalten, dass im Mai 2016 eine Studie der European School of Management and Technology in Berlin belegte, dass von den internationalen Hilfsprogrammen, die seit 2010 an »Griechenland« gingen, nur etwa 5 Prozent bei den Griechen selbst gelandet waren und der Rest an die ausländischen Gläubigerbanken geflossen ist.

Um das festzustellen, haben sie 5 Jahre gebraucht? Im Ernst? All das hatte ich bereits lang und breit in meinem im April 2011 erschienen Buch Was Sie nicht wissen sollenausgeführt. Europa ist nur noch eine einzige Farce. Die gesamte EU ist eine schlechte Varieté-Vorstellung, die nur im Chaos enden kann. Die entscheidenden Fragen sind, wie lange die Masse noch braucht, um das Spiel zu durchschauen und auf welcher Seite die Exekutive steht, wenn es soweit ist.

Während die europäische Bevölkerung aufgrund der Enttäuschung über die EU-Politik immer öfter Protestparteien wählt, zeigen sich die abgestraften Politiker der alten Parteien in ihrer maßlosen Arroganz »unzufrieden mit dem Wahlverhalten des Volkes«. Daher spielen sie die linken und rechten Lager im Volk gegeneinander aus, in der Hoffnung, so von der eigenen Unfähigkeit ablenken und den Anstieg der Gewalt den Anhängern der Protestparteien unterjubeln zu können.

In den USA gibt es keine Protestparteien. Die Menschen haben nur die Wahl zwischen zwei Parteien, die sich mittlerweile ebenso wie ihre Anhänger nur noch bekriegen und nichts mehr voranbringen. Das Phänomen der »negativen Parteilichkeit«, bei dem man nicht für Kandidat A, sondern gegen Kandidat B stimmt, beschert den USA derzeit einen Unbeliebtheits-Wettbewerb mit allen negativen, hässlichen Begleiterscheinungen. Wir befinden uns offenbar in einer selbst verursachten destruktiven Abwärtsspirale, die uns in immer tiefere menschliche Abgründe blicken lässt. Die Aussicht auf das, was da noch auf uns zukommt, ist nicht schön, und je länger wir zuwarten, desto hässlicher wird es.

Öffentlich-rechtliche Spaßmacher vergiften das gesellschaftliche Klima, indem sie ganze Nationen oder Wählerschaften beleidigen – wie zuletzt die ZDF-heute-Show die Österreicher als zoophile, inzestuöse, debile Nazis darstellte. Wie gesagt: Dieser Krieg wird auf vielen Ebenen geführt und viele Deppen lassen sich dafür einspannen.

Nachdem sich mittlerweile Millionen Deutsche gegen die Zwangsgebühren der immer unbeliebteren öffentlich-rechtlichen Anstalten zur Wehr setzen, sollte man meinen, dass die Verantwortlichen dieser Sender versuchen würden, ihre Aufgaben ernster zu nehmen, denn sie hängen an ihren Luxusgehältern. Aber weit gefehlt. Auch im Zuge der Bundespräsidentenwahl in Österreich war dieBerichterstattung gelinde gesagt »tendenziös«. Der selbst angezählte deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel forderte nach Norbert Hofers Vorwahlerfolg sogar einen »Schulterschluss der Politik, um einen Sieg des FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer zum Bundespräsidenten zu verhindern«.

Wieso glaubt Gabriel eigentlich, österreichischen Wählern vorschreiben zu können, wen sie wählen sollen? Das zeugt von Verzweiflung und von schlechter Geschichtskenntnis, denn die Österreicher haben eine Aversion gegen Einmischungen von außen. Ein berühmtes Beispiel war die Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten im Jahr 1986. Er hätte nie gewonnen, hätte sich nicht der jüdische Weltkongress in den Wahlkampf eingemischt und den ehemaligen UN-Generalsekretär Waldheim mit Schmutz beworfen, um die Wahl zu beeinflussen. Der Schuss ging bekanntlich nach hinten los, genauso wie die derzeitigen Angriffe gegen die AfD und gegen die FPÖ diese Parteien nur stärker machen.

Doch es scheint das erklärte Ziel zu sein, Unordnung zu schaffen, um aus dem daraus resultierenden Chaos eine Neue Weltordnung zum Wohle der reichen Elite entstehen zu lassen. Was mich daran zweifeln lässt, dass dieser Plan umsetzbar ist, sind die mangelnde Intelligenz und das übersteigerte Ego vieler beteiligter Personen. Ich hege die Hoffnung, dass sie diese eklatanten Mängel nicht durch Brutalität werden wettmachen können. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und dürfen uns als Volk nicht länger von der Politik in einzelne Lager einteilen und gegeneinander ausspielen lassen. Das Volk bezahlt für die Politik und für die Politiker, und wer bezahlt, sollte auch anschaffen. Die Wahrheit kommt früher oder später immer ans Licht. Früher wäre mir lieber …









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Establishment im Vollpanikmodus: Die kürzeste Kanzlerschaft Österreichs

Establishment im Vollpanikmodus: Die kürzeste Kanzlerschaft Österreichs

Torben Grombery

Die selbsternannten Eliten aus Politik und Wirtschaft in Österreich stehen kurz vor dem Abgrund und bugsieren sich mit der Ernennung von ÖBB-Chef Christian Kern zum neuen Kanzler einen gehörigen Schritt weiter. Aktuelle Umfrageergebnisse und die am Sonntag stattfindende Wahl zum Bundespräsidenten veranlassen die ersten Auserkorenen bereits, das sinkende Schiff gar nicht erst zu betreten.

In unserer befreundeten Alpenrepublik Österreich liegt die Sozialdemokratie nicht erst seit gestern am Boden. Fortwährende Politikskandale, verfilzte Strukturen und sich an die Macht klammernde, weit in die Jahre gekommene Funktionsträger, die sich mit ihrem Einfluss und ihren Netzwerken einer längst überfälligen personellen und programmatischen Erneuerung entgegenstellen. Ein demokratischer Seismograf ist, wie bei den vermeintlich konservativen Christsozialen, die sich aus ähnlichen Gründen seit vielen Jahren in einer Abwärtsspirale befinden, ebenso seit geraumer Zeit nicht mehr existent.
Das derzeitige Dilemma der selbsternannten Eliten aus Politik und Wirtschaft der Alpenrepublik kurz zitiert: Ein Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) – Regierungschef der ehemaligen Volksparteien SPÖ und ÖVP –, der seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel insbesondere in der Flüchtlingspolitik zu lange getreu gefolgt ist, war dem Volk für einen rigorosen Kurswechsel der rot-schwarzen Regierung nicht mehr glaubhaft zu vermitteln.

Der Favorit für den zweiten Wahlgang auf das Amt des nächsten österreichischen Bundespräsidenten, FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (45), hat mehrfach deutlich gemacht, dass er eine Regierung des Stillstandes als Bundespräsident im Sinne der Österreicher nicht sehr lange dulden wird. In einem Atemzug fordert der Mann verbindliche Volksabstimmungen.

Bei einem Einzug Norbert Hofers in die Hofburg wäre also die Regierung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in wenigen Wochen entlassen und durch diese Entscheidung der Weg für Neuwahlen geebnet worden. Laut den aktuellen Umfragewerten würde die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) dann mit 34 Prozent stärkste politische Kraft im Land werden. Die derzeittonangebende SPÖ könnte den Demoskopen zufolge noch magere 21 Prozent und ihr Koalitionspartner ÖVP noch 22 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Grünen dürften demnach 13 Prozent und die NEOS sieben Prozent der Stimmen erzielen.

Was wir von den Prophezeiungen dieser Meinungsforscher, die ihren letzten Rest an Glaubwürdigkeit spätestens beim ersten Wahlgang der Bundespräsidentenwahl in die Waagschale geworfen und versenkt haben, noch erwarten dürfen, hat uns ein führender Funktionsträger dieser Kaste erst unlängst deutlich bestätigt (im Video ab Minute 9:10).

Diesen unrühmlichen Tatsachen folgend könnte bei einem Szenario von alsbaldigen Neuwahlen in der Alpenrepublik als Ergebnis entsprechend auch herauskommen, dass SPÖ, ÖVP und die Grünen gemeinsam nicht einmal mehr eine einfache Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen erzielen könnten. Der absolute Super-GAU für die selbsternannten Eliten in Westeuropa.

Die nächsten Schachzüge des Establishments waren nicht ganz so überraschend, wie vom Mainstream in großen Teilen konstruiert. Der amtierende Bundeskanzler Werner Faymann tritt von allen Ämtern zurück. Ein neuer Kanzler inklusive des Großteils der Ministerriege wird noch vor dem zweiten Wahlgang nominiert und ernannt. Die Erneuerung ist da und einer Entlassung der Regierung durch einen möglichen Bundespräsidenten Hofer wurde Vorschub geleistet – sooffenkundig der durchschaubare Plan der Strategen in den Schaltzentralen der Macht.

Denn wer wird schon eine Regierung entlassen, die sich noch keine 100 Tage im Amt befindet? Die hinreichend wahrscheinliche Antwort: Norbert Hofer!

Und so könnte es passieren, dass wir mit dem Chef des staatseigenen Bahnkonzerns (ÖBB), Christian Kern (50), einem langjährigen Karrieristen von roten Gnaden, den Kanzler mit der kürzesten Amtsdauer in der Geschichte der Bundesrepublik Österreich erleben. Die Kosten trägt der Steuerzahler.

Bemerkenswert an diesem Vorgang ist, dass selbst Teile der Leitmedien die Brisanz erkannt haben und nicht nur von Kerns schwierigen neuen Aufgaben fabulieren. So schreibt die Tiroler Tageszeitung in einem aktuellen Leitartikel:

»Eigentlich ist Christian Kern zu bewundern, dass er sich das antut. Vor allem in seiner SPÖ sind die vielen jungen Kerns vor ihm nicht alt geworden.

Christian, geh du voran. Die überschwänglichen Vorschusslorbeeren der Genossen für ihren designierten Parteivorsitzenden und Bundeskanzler sind fast schon peinlich, weil die meisten Sozialdemokraten Christian Kern eigentlich nur vom Hörensagen kennen. Die Situation in der Sozialdemokratie nimmt deshalb schon schicksalhafte Züge an, offenbar ist der bisherige ÖBB-Chef die letzte Hoffnung für die Mitglieder. Dass es dann noch einer von außen richten muss, trifft die Partei und ihre Strukturen allerdings wie ein Keulenschlag. Die Wahrheit ist allerdings noch desaströser: Die SPÖ würde nämlich Tausende Kerns benötigen, um endlich aus den muffigen und überholten Funktionärs-Schablonen herauszukommen.«

Auch findige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die jetzt hohe Ämter im Staat bekleiden könnten, winken lieber ab, wie das Blatt Österreich berichtet:

»Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely galt als Fixstarterin, sogar als Kanzleramtsministerin. So sollte die größte Kritikerin des Asylkurses an Bord geholt werden. Wehsely zog aber am Sonntag in Österreich zurück:

›Das Angebot ehrt mich, ich habe mich aber entschlossen, in Wien Stadträtin zu bleiben.‹ Auch Ex-Infineon-Chefin Monika Kircher und Kärntens LH-Vize Gabriele Schaunig wollen nicht Bildungsministerin werden, die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik nicht Verkehrsministerin. Abgesagt hat auch Gewerkschafter Josef Muchitsch.«

Abschließend die letzte pikante Nachricht zur Personalie des bisherigen ÖBB-Chefs Christian Kern: Im Vorfeld des ersten Wahlgangs der Bundespräsidentenwahlen wurden die staatlichen Bahnmitarbeiter digital bevormundet. So war tagelang die Internetseite norberthofer.at des beliebten FPÖ-Kandidaten für alle Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) gesperrt. Die URL-Filterdatenbank hatte jeden Zugang zur Website des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten auf Tausenden bahneigenen Computern blockiert.

Die Internetpräsenz des grünen Mainstream-Favoriten Van der Bellen hingegen konnte uneingeschränkt aufgerufen werden.

Eine politische Einflussnahme wurde von der ÖBB-Generaldirektion umgehend dementiert. Kurz nach der Anfrage der Krone war die Domain von Norbert Hofer von den internen ÖBB-PCs wieder erreichbar.



Flüchtlinge als geopolitisches Druckmittel
Mit Massenmigration als Waffe präsentiert Kelly M. Greenhill die erste systematische Untersuchung dieses verbreitet eingesetzten, aber weitgehend unbeachteten Instruments der Einflussnahme von Staaten. Sie zeigt sowohl, wie oft diese unorthodoxe Form der Nötigung zum Einsatz kam (mehr als 50 Mal im letzten halben Jahrhundert), als auch, wie erfolgreich sie gewesen ist. Sie befasst sich zudem mit den Fragen, wer dieses politische Werkzeug benutzt, zu welchem Zweck, und wie und warum es funktioniert.


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Dienstag, 10. Mai 2016

Obama: Schwuler muslimischer Kenianer mit Transvestiten-Gattin und adoptierten Kindern? (Videos)

Obama: Schwuler muslimischer Kenianer mit Transvestiten-Gattin und adoptierten Kindern? (Videos)

Seit Jahren wird bereits die Person des US-Präsidenten Barack Hussein Obama in Frage gestellt. Obama hat sich stets offen zu seinen kenianische Wurzeln bekannt und nach der öffentlich geführten Diskussionen über die Frage, ob er denn wahrhaftig gebürtiger US-Amerikaner ist – was eine Grundvoraussetzung für das Präsidentenamt ist –, wurde vom Weißen Haus im Jahr 2011 eine PDF-Datei der angeblich eingescannten Geburtsurkunde veröffentlicht.

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Die Datei erwies sich als höchstwahrscheinlich konstruiert – also gefälscht, und das nicht mal gut -, denn sie bestand aus mehreren “Layern“, die sich ein- und ausblenden ließen, womit Teile des Inhaltes der Grafik angezeigt wurden, oder eben nicht. Dies ist bei einem Scan schlichtweg unmöglich, da es nur eine Ebene gibt, es sei denn es ist eine OCR-Software im Spiel (Gefälschter Geburtsschein: Gericht in Alabama urteilt über Obamas Wählbarkeit). Möge ein jeder selbst darüber nachdenken, wie zu bewerten ist, dass eine solche Datei von der US-Regierung selbst herausgegeben wurde…Dann gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen um die “First Lady“ Michelle Obama. Angesichts ihrer sehr maskulinen Erscheinung wurden von diversen Kritikern Berechnungen und Verhältnismäßigkeiten veröffentlicht, die Anlass zu der Vermutung geben, dass Michelle Obama womöglich gar keine Frau, sondern ein Mann ist. Auch der Name dieses vermeintlichen Mannes wurde genannt: er soll demnach Michael heißen… und die beiden Töchter adoptiert sein (Inzest-Sippe: Obama verwandt mit Pitt, Clinton mit Jolie).
Video: Was Joan Rivers Right ? Is Obama Gay and Michelle a Man Named Michael???
Es gibt noch viele weitere Seltsamkeiten in Verbindung mit dem US-Präsidenten, seinem Umfeld und seiner Vergangenheit. Das Internet ist voll davon, also belassen wir es für den Moment bei der Feststellung, dass es zumindest einen begründeten und bisher nicht ausgeräumten Anfangsverdacht gibt, dass mit Barack Obama vielleicht irgendetwas nicht stimmt („Meine Regierung glaubt, daß Obama geistig ziemlich krank ist“).
Aktuell wird nun in alternativen deutschen Medien darüber diskutiert, ob der US-Präsident womöglich obendrein noch praktizierender Muslim ist. So hat der Betreiber der SeiteHartgeld.com Walter Eichelburg am 18.12.2015 einen Artikel unter dem Titel »Terror-Pate Obama? Er wird sich bald “Kalif“ nennen« veröffentlicht. Dort heißt es:
Vor einiger Zeit hörte ich bei einem Briefing von meinen Quellen, dass öffentliche Enthüllungen von namhaften Personen des konservativen Establishments kommen. Jetzt haben wir offenbar wieder eine solche Enthüllung mit gigantischer Tragweite gesehen.

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Eichelburg nimmt hier Bezug auf einen bereits etwas älteren Beitrag vom Februar 2015 auf der US-amerikanischen Seite ThePoliticalInsider.com. Dort wird über den 4-Sterne-Admiral a.D. James “Ace“ Lyons berichtet, der bei einer Pressekonferenz des “National Press Club“ durchaus bemerkenswerte Aussagen machte. Lyons im Wortlaut:
»Die Transformation Amerikas ist seit 2008 voll in Gang gekommen. Dass sich Präsident Obama in Paris [nach Charlie Hebdo] nicht gezeigt hat, war peinlich für alle Amerikaner. Es war aber auch ein Signal an die islamischen Dschihadisten. Es ist eins von vielen Signalen, die er über die Jahre gesendet hat, seit er im Amt ist.
Nun, keine Frage, wir haben einen Höllen-Job vor uns. Angesichts der Penetration jeder einzelnen unserer nationalen Sicherheitsdienste, darunter auch alle unsere Geheimdienste durch die Muslim-Bruderschaft und dass nach Berichten unsere führende Geheimdienst-Organisation [die CIA] von einem muslimischen Konvertiten [John Brennan] geleitet wird, wird dies keine leichte Aufgabe werden.
Wir hatten über die Jahre eine Menge Gelegenheiten, den Gang der Geschichte zu verändern – beginnend mit Jimmy Carter, als die Iraner unsere Botschaft übernommen hatten. Wir hätten den islamischen Fundamentalismus unter den Knien abschneiden können, aber wir haben nicht gehandelt. Er wies, was eine sehr dramatische Aktion mit minimalem Engagement hätte sein können, zurück. Er [der islamische Fundamentalismus] hätte tot sein können.«



Sonntag, 8. Mai 2016

Bilderberg 2016: Soll Merkel in Dresden nun politisch »hingerichtet« werden?

Bilderberg 2016: Soll Merkel in Dresden nun politisch »hingerichtet« werden?

Andreas von Rétyi

Im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen haben sich die Bilderberger in den vergangenen Jahren häufig gerne auf amerikanischem Boden getroffen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und 2016 bildet eine solche Ausnahme. Obwohl die hochkarätige Geheimtagung bereits dreimal hintereinander in Europa stattfand, wird die Konferenz im Juni in Dresden abgehalten. Hat das tiefer liegende Gründe? Welche Signalwirkung könnte von dieser Ortswahl ausgehen?

Dass Politiker bis hin zum US-Präsidenten austauschbare Marionetten sind, hat die Geschichte wiederholt gezeigt. Der große Kurs wird anderswo bestimmt. Auch die fast überall so sehnsüchtig herbeigesehnte »Wende« von Bush zu Obama hat das seinerzeit eindrucksvoll belegt. Alte Puppen werden in diesem Kasperletheater durch neue ersetzt und Bilderberg spielt dabei eine entscheidende Rolle. Nun ist wieder US-Wahljahr. Und wieder werden die Puppen getauscht.

Die Bilderberg-Geschichte lehrt: Weder die Ortswahl noch die Wahl der Teilnehmer geschieht rein zufällig. Und wenn das diesjährige Treffen trotz der US-Wahlen eben nicht in den USA, sondern in Deutschland stattfindet, dann hat das seine guten Gründe. Schon bald steht die Bundestagswahl an. Angela Merkel will weitermachen. Die Frage ist nur: Lässt man sie? Oder wird sie nun in Dresden von den Bilderbergern abgeschossen?

Der harte Kern der Bilderberger manövriert Politiker seit Jahrzehnten nicht nur in hohe Ämter, sondern hat etliche unter ihnen auch abgestraft oder ganz aus dem Rennen geholt. Da wird nach Belieben, und vor allem nach Bedarf, gehandelt. Das belegt ein kurzer Blick zurück. Wie sich schnell zeigt, waren auch viele deutsche Politiker zu Gast bei den Bilderbergern, um bald darauf in ein hohes Amt gewählt zu werden.

Kurt Georg Kiesinger beispielsweise nahm erstmals 1955 an der Tagung teil, dann wieder ab 1958, um im selben Jahr Ministerpräsident von Baden-Württemberg zu werden, und schließlich 1966 sogar Bundeskanzler. Helmut Schmidt erhielt unter anderem für 1973 eine Einladung zu den Bilderbergern und war dann von 1974 bis 1982 deutscher Kanzler.

Im selben Modus folgte Helmut Kohl, der 1980, 1982 und 1988 an den Treffen teilnahm, um zwischen 1982 und 1998 als »Dauerkanzler« zu dienen. Als er im Juni 1988 an der Bilderberger-Konferenz im österreichischen Telfs-Buchen teilnahm, stand unter anderem eine »Neubewertungder deutschen Frage« auf der Agenda der Geheimtagung! Nur ein Jahr später fiel die Mauer, wobei die Globalisten sich die Wiedervereinigung mit der D-Mark bezahlen ließen – sie hatte Kohl opfern müssen.

Er wurde bald zum selbstsicheren »Kanzler der Einheit« und äußerte sich auch verblüffend deutlich gegenüber dem damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush: »Freiheit und Selbstbestimmung sind die Grundwerte, auf denen unser Bündnis beruht. Sie sind auch der Kern der deutschen Frage. Niemand hat das Recht, sie den Deutschen in der DDR zu verwehren.« Fast schienen die Globalisten die Worte vorgefasst zu haben. Und ihre Interessen gingen auch über diejenigen Amerikas hinaus.

Nun mag man sich fragen, wie weit der Zusammenhang wirklich reicht und wie es hier mit der Henne und dem Ei aussieht – zwischen Bilderberg-Teilnahme und Politik-Karriere. Eine gewisse Kausalität dürfte der Sache jedenfalls kaum abzusprechen sein ...

Allerdings geht es auch umgekehrt. Das beweist der Fall Schröder. Anfang Mai 2005 hatte Gerhard Schröder im bayerischen Rottach-Egern noch die Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz begrüßt, um darauf im November desselben Jahres gleichsam »abgekanzelt« und somit abgelöst zu werden, von Angela Merkel. Schröders Oppositionshaltung im Irak-Krieg war zumindest für die US-Fraktion der Bilderberger untragbar geworden. Die gegen die USA und deren Bestrebungen gerichtete Achse Paris – Berlin – Moskau musste zerschlagen werden.

Schröder hatte sich in dieser Hinsicht als unzuverlässiger Freund erwiesen. Immerhin scheint er sich keinerlei Illusionen hingegeben, sondern gleich rechtzeitig vorgesorgt zu haben, da er unmittelbar nach dem Amtswechsel seine Beratungsfunktion für den Schweizer Ringier-Konzernbekanntgab. Dessen Chef Michael Ringier fand sich ebenfalls bereits im Kreis der Bilderberg-Gruppe.

Und Angela Merkel?

Soll nun sie »abgeschossen« werden? Auf dem Bilderberg-Treffen in Dresden, wie einst Schröder 2005? Hat sie nicht alles richtig gemacht? Kaum. Gerade auch die USA dürften wieder mit so einigem höchst unzufrieden sein. Immerhin konstituiert sich der Lenkungsausschuss von Bilderberg in der Regel zu mehr als 30 Prozent aus US-Amerikanern. Die USA präsentieren eine zunehmend kritische Haltung gegenüber der Türkei, während die Bundeskanzlerin nun sogar ein Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Erdoğan zur Staatsaffäre werden lässt und damit der Meinungs- und Redefreiheit an den Karren fährt. Ob das wirklich das richtige »Recept« ist?

Keine Frage, das Gedicht war alles andere als geschmackvoll. Das sollte es natürlich auch nicht sein. Aber, muss Angela Merkel tatsächlich den Forderungen Erdoğans nachkommen, so fragen auch US-Medien. Die Washington Post nimmt kein Blatt vor den Mund und erklärt, Merkels »Geschwafel« ermutige auch andere Regime, Kritiker aus dem Ausland mundtot zu machen.

Die Frage, wie weit Angela Merkel wirklich Herrin ihres eigenen Handelns ist, stellt sich längst nicht mehr. Aber welche unerwarteten, weitreichenden Abhängigkeiten bestehen hier möglicherweise? Es ist schon bemerkenswert, dass der Chef derEuropäischen Stabilitätsinitiative (ESI) die Kanzlerin bereits seit Monaten in der Flüchtlingsfrage berät. Bemerkenswert vor allem, wenn man weiß, dass ESI wesentlich vom Open-Society-Netzwerk des George Soros getragen wird.

Noch-Präsident Obama hielt den US-Multimilliardär stets auf Distanz, was Soros nachhaltig verärgerte. Unter den Clintons war das noch ganz anders. Und so unterstützt der 85-jährige Börsenguru auch jetzt Hillary Clintons Wahlkampf tatkräftig, um künftig möglichst wieder mehr Einfluss im Weißen Haus zu gewinnen.

Im Juni 1991 war William Jefferson Clinton noch Gouverneur von Arkansas. Damals trafen sich die Bilderberger in Baden-Baden. Bill Clinton war seinerzeit mit von der Partie. Schon im August 1992 wurde er dann zum Präsidenten der USA nominiert. Hatte man ihn gleichsam in Deutschland zum US-Präsidenten bestimmt?

Beim Bilderberg-Treffen 2015 in Telfs-Buchen war keiner der aktuellen US-Präsidentschaftskandidaten offiziell dabei. Wie wird es jetzt in Dresden 2016 diesbezüglich aussehen? Eine offizielle Teilnehmerliste liegt noch nicht vor. Wird es ein historisches Treffen an einem historischen Ort – ein Treffen, an dem der nächste US-Präsident gewählt und die aus dem Osten stammende deutsche Kanzlerin wirklich »abgeschossen« wird?

Wahrlich viele Fragen. Und alles scheint möglich. Auf ihren Meinungsseiten titelte die New York Times jedenfalls schon im Februar: »The End of the Merkel Era« ‒ »Das Ende der Ära Merkel« und ein NYT-Kolumnist forderte den Rücktritt der Bundeskanzlerin. Unter der Überschrift »Deutschland am Abgrund« erklärte Ross Douthat freiweg, Angela Merkel müsse gehen, »damit Deutschland – und der Kontinent, der es umgibt – nicht einen zu hohen Preis für ihre Dummheit bezahlen muss«. Denn der von ihr gewählte Kurs in der Flüchtlingskrise führe unmittelbar ins Chaos.

Ihre Unterstützung Erdoğans in Sachen Böhmermann-Schmähgedicht sei – so wiederum dieWashington Post, tatsächlich durch die wichtige Rolle Erdoğans in der europäischen Flüchtlingsfrage bedingt. Sie habe eine diplomatische Krise vereiteln wollen. Doch die große Kriseist schon da.

Auch Bilderberg dürfte sicherlich einiges zu Merkel abzuwägen haben, nicht erst seit gestern und nicht erst auf dem bevorstehenden Treffen. Es scheint eine gewünschte Ironie der Geschichte,wenn Bilderberg ausgerechnet in jener Stadt tagt, in der sich der Widerstand gegen die Flüchtlingspolitik mit am deutlichsten manifestierte. Offenbar will man in der ohnehin so geschichtsträchtigen Stadt nunmehr wieder Geschichte schreiben, wenn auch klammheimlich.

Vor welchem Hintergrund und mit welchem Symbolcharakter, sei dahingestellt. Friedrich Schiller schrieb für die Freimaurerloge »Zu den drei Schwertern« im Jahr 1785 das Gedicht An die Freude, vertont von Ludwig van Beethoven im letzten Satz seiner 9. Sinfonie. Und die Instrumentalfassung des Hauptthemas findet sich bekanntlich als Hymne der Europäischen Union wieder – siehe dazu auch Brüssel, 1. Juli 2014. Historische »Anklänge« gäbe es in Dresden jedenfalls buchstäblich genug. Doch ob es bei der Hymne bleibt oder ob die Bilderberger der deutschen Kanzlerin nun gleichsam »den Marsch blasen«, dürfte sich relativ bald herausstellen.



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