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Freitag, 4. März 2016

Weltwirtschaft: »Seit den Wikingern keinen so schwachen Markt erlebt«

Weltwirtschaft: »Seit den Wikingern keinen so schwachen Markt erlebt«

Markus Gärtner

Landtagswahlen. Flüchtlinge. Die Wut auf das Berliner Parteien-Kartell. Dazu der Drogenskandal eines Grünen-Abgeordneten. Und eine autistische Kanzlerin. Das beschäftigt die Deutschen in den Tagen vor dem 13. März. Doch diese Aufzählung ist unvollständig. Das Wichtigste fehlt. Die Weltwirtschaft ist im freien Fall. Und wir in Deutschland sind völlig unvorbereitet.

Uns wird täglich von den Mainstreammedien von »schwarzen Nullen«, einer hohen Beschäftigung und rekordhohen Steuereinnahmen berichtet. Dass wir im direkten Anflug auf die nächste Wirtschaftskrise sind, geht unter.
Mit der Analyse in Südamerika zu beginnen, scheint weit hergeholt. Doch dort versinkt der Ölförderstaat Venezuela wirtschaftlich und sozial im Chaos. Die größte Volkswirtschaft auf dem südlichen Teil des amerikanischen Doppelkontinents – Brasilien – erlebt sogar die schwerste Wirtschaftskrise in den letzten Jahrzehnten und treibt direkt in die Arme des Internationalen Währungsfonds.

Die von einem riesigen Korruptionsskandal gelähmte Regierung der Arbeiterpartei kann den Staatshaushalt, der ein Defizit von zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Brasiliens aufweist, nicht mehr kontrollieren. Denn drei Viertel der Ausgaben sind quasi tabu: Es sind finanzielle Leistungen des Wohlfahrtsstaates sowie regionale Finanzausgleiche mit wirtschaftlich schwachen Teilen des Landes.
»Es gibt eine enorme Haushaltskrise, und uns droht die Rückkehr der Hyperinflation«, beklagt Raul Velloso, der frühere Staatssekretär des Planungsministeriums. »Das Vertrauen in das Schuldenmanagement der Regierung ist kollabiert, uns steht die Zahlungsunfähigkeit bevor.«
Brasilien muss auf seine zehnjährigen Staatsanleihen bereits sieben Prozent Zinsen zahlen, wasdem Land die Luft abschnürt. Fünf Research-Institute haben allein in den vergangenen zwei Wochen gewarnt, dass ein gefährlicher Schuldenstand erreicht sei. Und die großen Ratingagenturen haben Brasiliens Rating auf Ramschstatus nach unten korrigiert.

Doch so weit wie nach Südamerika muss man dieser Tage gar nicht schweifen, um besorgt über die Entwicklung der Weltwirtschaft zu sein. Das Wachstum in der Euro-Zone ist so schwach wie seit einem Jahr nicht mehr. »Der Aufschwung verliert auf breiter Front an Dynamik«, sagt der Chefvolkswirt bei Markit, einem Institut, das uns monatlich den Einkaufsmanager-Index liefert.

Und der signalisiert das geringste Wachstum seit 13 Monaten. In allen vier führenden Volkswirtschaften der Zone lässt das Wachstum – das ohnehin seit Jahren nicht überzeugt – nach. In Frankreich wird zum ersten Mal seit einem Jahr eine schrumpfende Wirtschaft signalisiert.

In einem Research-Papier mit dem Titel »Nahe am Kliff« warnen diese Woche die Volkswirte der Credit-Suisse-Bank sogar, dass eine erneute Rezession die Euro-Zone, sprich den Euro, zum Einsturz bringen kann. »Wenn die Euro-Zone zurück in eine Rezession fällt, ist nicht klar, ob diese eine Zukunft hat.«

Das Wachstum in der Euro-Zone ist geringer als in den USA und dem Rest der EU. Und das trotz rekordniedriger Ölpreise, fast kostenloser Kredite und einem schwachen Euro, der den Exportenhilft.

Aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, China, hören wir derweil, dass der Index der Einkaufsmanager für die Industrie im Februar auf unter 50 gefallen ist, was eine Rezession signalisiert. Das Barometer fällt seit sieben Monaten. Und das, obwohl China für 2015 bereits die schwächste Konjunktur in 25 Jahren auswies.

Die Reedereien dieser Welt sehen diesen Stillstand förmlich in ihren Frachtschiffen. Der Hauptaktionär der Golden Ocean Group, der aus Norwegen stammende Milliardär John Fredriksen, sieht ein Frachtgewerbe, das noch nie in der modernen Geschichte so schwach war. »Im Massentransport von Trockenware haben wir seit den Wikingern keinen so schwachen Markt erlebt«, sagt er.

Kein Wunder, dass die Notenbanken seit dem Vietnam-Krieg unter dem Strich nicht mehr so viel Gold gekauft haben wie seit der Finanzkrise 2008. Sie sehen schon die nächste im Anflug.



Staatsbankrott? »Aber ein Staat kann doch nicht Pleite gehen!«
Ach nein? Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Alleine Deutschland war im vergangenen Jahrhundert bereits zweimal bankrott, was viele gerne verdrängen. Tatsache ist, dass es in den letzten 30 Jahren ernsthafte Währungskrisen in über 80 Ländern gegeben hat, die oft in den Total-Bankrott führten.



Anmerkungen:


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Die Meinungsmonopolisten: Wie Umfragemacher unsere Wahlen entscheiden

Die Meinungsmonopolisten: Wie Umfragemacher unsere Wahlen entscheiden

Markus Mähler

Der 13. März rückt näher: Wer hat dann in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz eigentlich die Wahl? Parteien, Bürger – oder eher Meinungsforscher? Sie beeinflussen mit Umfragen schon im Voraus, wen wir später wählen werden. Dahinter steckt eine dubiose Industrie, die wie eine Planwirtschaft arbeitet.

Wahlzeit ist Angstzeit – für Politiker. Schaffen sie es noch einmal vier Jahre, oder droht der Abschied von der Macht? Die Nerven liegen blank. Offenbar besonders bei den Grünen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg verriet der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann seinen persönlichen Drogenmix: »Hopfen und Baldrian« – selbstverständlich nur zum Einschlafen.
Trotzdem hat das einen bitteren Beigeschmack, seit unsere Partei der Hanf-Legalisierer im Drogensumpf versinkt. Am Dienstagabend lief die Grünen-Legende Volker Beck aus einer Dealerwohnung am Nollendorfplatz und landete direkt in den Armen der Berliner Polizei.

Wahlsieger werden durch Umfragen gemacht – aber wer macht die Umfragen?

0,6 Gramm Crystal Meth soll die Polizei bei Beck gefunden haben, berichtet die Bild. Auf Twitter wurde #breakingbeck zum Has(c)htag der Stunde. Man möchte den armen Grünen zurufen: In Wahlzeiten sind Drogen keine Lösung – ihr habt es eh nicht mehr in der Hand. Wahlen werden nicht durch Plakate, Wahlkampfstände, Luftballons, Kulis, Schulterklopfen, gegrillte Würstchen oder gedopte Politiker entschieden. Wahlsieger werden durch Umfragen gemacht. Aber wer macht die Umfragen?

Inzwischen eine Industrie, die wie eine Planwirtschaft mit dubiosen Methoden organisiert ist. Einen freien Markt der Meinungsmacher gibt es jedenfalls nicht. In Deutschland sind zwar 70 Institute aktiv, doch die wichtigen Umfragen kommen immer wieder von der gleichen Kaste der Meinungsmonopolisten.

Was dort auf welche Weise zusammengeklöppelt wird, bleibt ein Betriebsgeheimnis der Haus- und Hoflieferanten. Das ZDF wird durch die Forschungsgruppe Wahlen beliefert, Infratest dimap versorgt die ARD, Allensbach die FAZ, Emnid den Doppelsender Pro Sieben/Sat.1 und Forsa RTL und denStern. Diese fünf Institute haben den deutschen Markt praktisch unter sich aufgeteilt – und damitauch unsere Meinung.

Warum Parteien immer mehr Meinungsforschung brauchen

In Wahlzeiten werden diese Institute aus lauter geflüsterter Ehrfurcht bloß noch »Wahlforscher« genannt. So, als ob sich Volkes Meinung in mathematische Zahlen und Statistiken meißeln lässt. Dieser Glaube ist auch eine Bankrotterklärung der Parteien. Sie leben abgedockt in der eigenen Blase und trauen sich nicht einmal mehr, die da draußen selber einzuschätzen. Parteimilieus gibt es nicht mehr. Hinter der Nebelwand leben bloß Wutbürger, »Dunkeldeutsche«, »Pack«. All das sind bloß hilflose Floskeln von Volksparteien, die ihr Volk nicht mehr verstehen, die dort nicht mehr verankert sind.

Die Ratlosen starren lieber auf Umfragewerte wie das Kaninchen auf die Schlange. Zahlen sind alles. Der Bundeskanzlerin wird nachgesagt, bloß nach den Wasserstandsmeldungen der Demoskopen zu regieren. Einmal – in der Flüchtlingskrise – hat sie es nicht getan und landete prompt in der Karrierekrise. Auch Reiner Brüderle, Ex-Fraktionschef der FDP, beschreibt, warum Politiker inzwischen Zahlenjunkies sind.

Die Illusion der Messbarkeit

»Na ja, man sucht ja immer irgendwie einen Halt, um zu überprüfen, ob seine eigene Einschätzung richtig ist. Das ist ja sehr subjektiv, was man für Eindrücke hat im Wahlkampf.

Menschen neigen ja dazu, zu einem freundlich zu sein, im Regelfall jedenfalls, und dann meint man, dass das die Stimmung auch im Lande wäre.« Ach ja, unsere armen Politiker werden vom Wähler inzwischen nach Strich und Faden belogen …

Dann doch lieber die Illusion, alles messen zu können: Politische Entscheidungen werden inzwischen vorher durch Umfragewerte entschieden. Diese Werte schlagen aber wie bei einem Fieberthermometer hektisch nach unten oder oben aus. Das Parteienkarussell reagiert auf das Hoch und Runter inzwischen so panisch und planlos wie der Finanzmarkt auf Börsenkurven. Welche Themen landen überhaupt noch in der öffentlichen Agenda? Wie laut darf man was nochbringen? Und was soll man überhaupt sagen? Über all das entscheidet das große Meinungsthermometer. Inzwischen diktieren fünf große Meinungsinstitute unseren Regierenden das Handeln.

»Nicht mehr seriös«

Sie verkaufen Zahlen als Wahrheit, und die Parteien machen daraus politische Realität. Im Vertrauen darauf, dass der Spiegel, den uns die Meinungsforscher vorhalten, auch wirklich ein Spiegel ist – und kein gemaltes Bild. Inzwischen gibt es sogar ernsthafte Stimmen, die den Gang der Bürger an die Wahlurne abschaffen wollen. Warum auch nicht? Warum wählen gehen, wenn das Ergebnis vorher schon feststeht?

Die Institute haben längst erkannt, was für eine unglaubliche Macht sie in den Händen halten. Wer von uns mit welchen Methoden befragt wird, das hüten sie wie ein Betriebsgeheimnis. Trotzdem sickern immer mehr besorgniserregende Meldungen durch: verdrehte Fragen, falscher Zahlenzauber, dubiose Stichproben. Selbst Meinungsforscher Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen urteilt über seine eigene Branche: »Manches ist nicht mehr seriös.« Martin Weichbold, an der Uni Salzburg Professor für Empirische Sozialforschung, sieht es noch kritischer: »Die methodische Qualität vieler Befragungen ist fraglich.«

Und trotzdem bestimmen sie unser politisches Handeln

Wer Zahlen manipuliert, manipuliert auch alle, die an diese Zahlen glauben. Wählern wird das Hirn mit einer Flut von Umfragen gewaschen – und Politiker machen sich zu fremdgesteuerten Marionetten dieser Umfragen. Wie wenig diese Umfragen aber mit der Realität zu tun haben, steht regelmäßig nach den Wahlen fest. Diese Stunde der Wahrheit gerät immer mehr zum bösenErwachen der Meinungsbranche. Mit einer großen Portion Ironie: Die Zahlenpäpste können dann anhand von Zahlen ablesen, wie sehr sie mit ihren eigenen Zahlen danebenlagen.

Der GAU war die Bundestagswahl 2005. Statt der prognostizierten 40 Prozent landete die CDU/CSU bloß bei 35,2 Prozent. Besonders das Institut Forsa lag meilenweit daneben. Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte das Versagen übrigens mit seinem Bauchgefühl. Wie bitte? Tatsächlich: Deutschlands Zahlenpäpste drehen ihre Umfragen je nach Bauchgefühl in eine andere Richtung.

Die Rohdaten der Umfragen werden nach Bauchgefühl »bearbeitet«

»Wenn ich von Verhaltensabsichten auf ein vermutliches Verhalten schließen will, muss ich jede Zahl bearbeiten. Wenn ich zum Beispiel frage, ob man sich ein Auto kaufen will, und mir sagen 34 Prozent ›ja‹, kann ich nicht zur Autoindustrie gehen und sagen, das ist euer Potenzial. Ich muss dann gucken, wie viel ältere Frauen über 75, die keinen Führerschein haben, wie viel Ärmere, die kein Geld haben, sagen mir, sie würden sich ein Auto kaufen. Also muss ich diese Zahl entsprechend um diese Unschärfen bereinigen, und das ist genau das, was wir auch bei den Wahlzahlen machen müssen.«

Im Jahr 2005 war Angela Merkel das »Auto«, was die Deutschen kaufen sollten. Sie war deutlich unbeliebter als ihre Partei. Also handelte der Forsa-Chef. Er führte nach Bauchgefühl den Angela-Liebesfaktor ein und sagte sich dabei wohl: In der Wahlkabine werden nicht so viele CDU wählen, wie mir gesagt haben – abgeschreckt wegen Angela.

Dummerweise verschätzte sich Müller bei seinem Angela-Liebesfaktor gewaltig – ungewollt oder politisch gewollt. Er lag mit seinen Zahlen hinterher drastisch daneben. Was wie ein peinlicher Witz klingt, ist der typische methodische Murks hinter vielen Umfragen. Wohl genau aus diesem Grund hüten die Meinungsmacher ihre Rohdaten so sorgfältig wie einst Wahrsager, Orakel und Augurenihre Katzen, Fische und Vögel, die sie aufschnitten – um darin zu lesen.

Die Fehlerquote der Wahlforscher wächst

Immer öfter wird deutlich, dass Umfragewerte aus einer Paralleldimension stammen. Im letzten Mai sollten sich in Großbritannien Tories und Labour ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Stattdessen gab es einen glasklaren Sieg für Labour. In Bremen rechneten die Demoskopen mit einem klaren Wahlsieg von Rot-Grün. Der fiel auch aus. Die Forschungsgruppe Wahlen orakelte für das ZDF im November: 56 Prozent der Hamburger sind für Olympia. Acht Prozent der Hamburger stimmten aber ganz anders ab. Und das war bloß eine simple Ja-nein-Abstimmung zu einem einzigen Thema. Damit liegt unsere Meinungsmacht inzwischen in der Hand von Meinungsblinden, die selbst beim Primitivsten inzwischen immer öfter versagen.




Flüchtlinge als geopolitisches Druckmittel
Mit Massenmigration als Waffe präsentiert Kelly M. Greenhill die erste systematische Untersuchung dieses verbreitet eingesetzten, aber weitgehend unbeachteten Instruments der Einflussnahme von Staaten.


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Donnerstag, 3. März 2016

Erdoğan narrt die NATO

Erdoğan narrt die NATO

Peter Orzechowski

Da vereinbaren die NATO-Staaten feierlich, dass sich Marineeinheiten des Bündnisses in die Flüchtlingskrise in der Ägäis einschalten sollen. Und wenn es dann soweit ist, bremst die Türkei. Um dann gleich zu dementieren: Nein, wir blockieren den Einsatz nicht, wir wollen ihn nur besser planen.

Was gilt denn nun? Erst meldet die französische Nachrichtenagentur AFP: Die Türkei will keine deutschen Schiffe in türkischen Hoheitsgewässern. NATO-Diplomaten hatten zuvor sogar von einer Blockade durch die Türkei gesprochen.
Dann sagt der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Tanju Bilgiç: »Das entspricht nicht der Wahrheit. Die Türkei hat diese Idee initiiert, wir haben sie beim Besuch der Bundeskanzlerin Merkel in der Türkei im Februar besprochen und vereinbart, dass diese Angelegenheit bei der Sitzung der NATO-Verteidigungsminister diskutiert wird.«

Deswegen sei die Version, Ankara sei gegen den Einsatz der NATO-Schiffe zur Beobachtung der Migranten-Fluten zwischen der Türkei und Griechenland, völlig haltlos, sagt der Diplomat.

Die NATO-Einigung sehe vor, »dass vor dem Start der Aktivität in der Ägäis die genauen Einsatzgebiete der Schiffe in enger Abstimmung zwischen NATO, dem Kommandanten vor Ort und den Behörden der betroffenen Mitgliedstaaten festgelegt werden sollen«.

Der türkische Trick

Die Türkei verlangt, dass der deutsche Kommandant des Einsatzverbandes, Flottillenadmiral Jörg Klein, nach Ankara kommt, um die Frage des Einsatzgebietes zu klären. Die operationellen Planungen der Türkei seien noch nicht beendet, hieß es. Flugs springt das deutsche Verteidigungsministerium eilfertig herbei: Die »Abstimmungsgespräche« über die möglichenEinsatzgebiete würden noch einige Tage dauern. Die notwendigen Detailabsprachen seien aber »auf einem guten Weg«, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch der AFP mit.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Kommandant der Maritime Group der NATO, der deutsche Konteradmiral Jörg Klein, bereits in der Vergangenheit auf negative türkische Reaktionen gestoßen war. Klein hatte gesagt, dass Griechenland einen Anspruch auf einen Luftraum mit einer Breite von zehn nautischen Meilen habe. Die Türkei hingegen erkennt aber nur sechs nautische Meilen an.

Die Türkei will keine Flüchtlinge zurücknehmen

Hintergrund des Verwirrspiels ist, dass die Türkei überhaupt keine oder nur wenig Begeisterung zeigt, den militärischen Teil des Plans von Merkel umzusetzen, wie ein hoher Diplomat gegenüber den Deutsch-Türkischen Nachrichten sagte.

Dieser Plan für den NATO-Einsatz gegen Schlepperbanden in der Ägäis war Anfang Februar beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ankara erstmals öffentlich gemacht worden. Nur rund 72 Stunden später, am 11. Februar, gaben die NATO-Verteidigungsminister bei ihrem Treffen in Brüssel grünes Licht.

NATO-Schiffe sollen demnach gemeinsam mit der türkischen und griechischen Küstenwache in der Region entlang der türkischen Küste, von wo aus täglich tausende Flüchtlinge nach Griechenland übersetzen, patrouillieren und Aktivitäten der Schleuserbanden aufdecken und beobachten, sowie die Informationen an die EU-Grenzbehörde Frontex weitergeben. Selbst eingreifen sollen die NATO-Soldaten aber nicht. Vergangene Woche hatte die NATO auch den Abschluss der militärischen Einsatzplanungen verkündet.

Bei der Vereinbarung, dass Flüchtlinge, die von den NATO-Schiffen aus Seenot gerettet werden, auf jeden Fall in die Türkei zurückgebracht werden, gebe es die größten Probleme, sagte der Diplomat weiter. Die Türkei zeige »keine oder wenig Begeisterung«, dies tatsächlich umzusetzen.

Wann wird die NATO-Flotte aktiv?

Die Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2) – neben dem deutschen Einsatzgruppenversorger Bonn je eine Fregatte aus Kanada, Griechenland und der Türkei – ist also buchstäblich noch weit davon entfernt, ihre vorgesehene Rolle in dem zwischen Griechenland und der Türkei umstrittenen Seegebiet wahrzunehmen. Sie operiert derzeit in internationalen Gewässern, also weit von ihrem eigentlichen Einsatzgebiet entfernt.

Ihre volle Einsatzfähigkeit wird es erst nach weiteren Verhandlungen vor allem mit der Türkei geben. Der angestrebte tatsächliche Start der Mission vor dem EU-Türkei-Gipfel am 7. März – und den Landtagswahlen in Deutschland am Wochenende darauf – ist wohl nicht mehr zu schaffen.

Nach Informationen der Zeitung Zaman forderte Merkel von Athen und allen anderen Staaten, die am Einsatz beteiligt sind, für die Dauer des Einsatzes eine »stille Diplomatie«. Ebenfalls auf Merkels Bestreben hin, sollen die nachträglichen Forderungen der Türkei in den NATO-Beschluss aufgenommen worden sein.

Demnach soll das Eindringen von fremden Schiffen in die Gewässer der Türkei ausschließlich für die Dauer des NATO-Einsatzes gelten.










Warum die US-Machtelite die Destabilisierung islamischer Staaten forciert
Seit einigen Jahren rollt eine Welle des Krieges und der Gewalt um den Globus. Meist führen dabei »innere Unruhen«, hervorgerufen von »Separatisten«, »Freiheitskämpfern« oder »islamistischen Terroristen«, zu immer heftigeren Auseinandersetzungen. Welche verborgene Strategie steckt hinter diesen Krisen?


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Mittwoch, 2. März 2016

Planen IS-Terroristen eine Massenattacke mit Drohnen auf ein Stadion?

Planen IS-Terroristen eine Massenattacke mit Drohnen auf ein Stadion?

Markus Gärtner

Britische Terror- und Drohnen-Spezialisten haben vor einem apokalyptischen Anschlag auf eine Massenveranstaltung gewarnt. Ohne konkrete Pläne zu kennen, weisen sie auf die wachsende Gefahr hin, dass die kranken Hirne von IS-Terroristen oder anderen Extremisten einen ganzen Schwarm Drohnen mit Sprengladungen auf einmal in ein Sportstadion lenken könnten.

»Wenn wir nichts tun, um das zu verhindern, dann ist das nur eine Frage der Zeit.« So wird auf derWebseite Daily Beast, die über diese Warnung berichtet, der Chef des Think Tanks »Open Briefing«, Chris Abbott, zitiert.
Abbott hat den Think Tank zusammen mit ehemaligen Militärs und Spionen gegründet. Zum Beobachtungsgebiet der Spezialisten gehört seit Jahren die technische Entwicklung und Verwendung von Drohnen.

Was Abbott und andere beunruhigt, ist die inzwischen einfach zu steuernde, leicht erhältliche und bereits relativ günstige Drohnen-Technologie.

Drohnen sind für Schläfer-Zellen von Terroristen wie geschaffen. Man müsste sie nicht einmal mit einer Fernsteuerung lenken. Die GPS-Daten des Ziels werden eingestellt, das war´s.

»Der IS setzt im Irak und in Syrien bereits Drohnen für die Aufklärung über Kampfgebieten ein«, erklärt Abbott.

Dass dieses Szenario gar nicht so weit hergeholt sein dürfte, zeigen die schweren Terror-Attacken von Paris, wo das »Stade de France« eines der Ziele war. Drei der Attentäter hatten sich vor dem Stadion in die Luft gesprengt.

Ebenfalls im November wurde das Länderspiel Deutschland gegen Holland in Hannover abgesagt. In einem Rettungswagen sei eine Bombe gefunden worden, hieß es damals umgehend zur Begründung für die Absage.

Für Sicherheitsexperten ist die Vorstellung, dass ein ganzer Schwarm Drohnen für eine Terror-Attacke eingesetzt wird, ein Albtraum. Es wäre kaum möglich, zahlreiche Drohnen, die gleichzeitig in Richtung Zuschauer fliegen, zuverlässig abzufangen.

Für den Anschlag bräuchte der IS nicht einmal Selbstmord-Attentäter. Und der Massenmord würde live an ein Millionen-Publikum übertragen.






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Terrorgefahr: EM 2016 in Frankreich drohen Geisterspiele

Terrorgefahr: EM 2016 in Frankreich drohen Geisterspiele

Stefan Schubert

Der Turnierdirektor Martin Kallen hat enthüllt, dass die UEFA mit französischen Sicherheitsbehörden verschiedene Terrorszenarien bei der Fußball-Europameisterschaft durchgespielt hat. Es ist zu befürchten, dass das Großevent, welches in 100 Tagen startet, von der großen Islamistenszene in Paris als Bühne für terroristische Attacken missbraucht wird. Dem Fußballfan drohen neben Tod und Verletzungen auch Geisterspiele und Spielabsagen.

Es sind nicht einmal vier Monate vergangen, als Paris Ziel eines komplexen, koordinierten Angriffs von Terroristen des Islamischen Staates geworden ist. Die Anschlagswelle an acht verschiedenen Orten war generalstabsmäßig geplant und wurde beinahe zeitgleich durchgeführt. 130 Menschen wurden dabei getötet, 352 verletzt, davon 97 schwer.
In Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand, in dem Militär, Geheimdienste und Polizei umfangreiche Maßnahmen nach dem Notstandsplan »rouge« erlaubt sind. Bis heute ist es den Geheimdiensten nicht gelungen, die genaue Anzahl und alle Identitäten der Attentäter explizit zu benennen. Von den vermuteten elf Terroristen haben sechs ihre Sprengstoffwesten als Selbstmordattentäter gezündet, und vier weitere kamen durch Schusswechsel mit der Polizei ums Leben, entweder noch am Tatort oder bei späteren Razzien in den Salafisten-Hochburgen Paris Saint-Denis und Brüssel-Molenbeek.

Mindestens einem der Haupttäter, Salah Abdeslam, gelang die Flucht zurück auf das Territorium des Islamischen Staates nach Syrien. Wie die spätere Auswertung der Reisebewegungen der Terroristen ergab, nutzten sie das Chaos der Flüchtlingskrise aus und reisten ungehindert durch halb Europa, inklusive Deutschland.

Terroristen nutzen Flüchtlingsstrom zu unkontrollierten Ein- und Ausreisen

Dieses Chaos hat sich in den letzten Monaten durch die Politik der merkelschen Bundesregierung noch deutlich gesteigert. Wie viele Syrien-Rückkehrer sich gegenwärtig in Westeuropa aufhalten, ist den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Nach Schätzungen von Europol soll es sich um bis zu 5000 Kämpfer handeln.

Das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft 2016 wird davon unbeirrt am 10. Juni Frankreich im Stade de France bestreiten. Genau dieses Stade de France, welches im nördlichen Problemstadtteil Saint-Denis liegt, wurde bereits Ziel der Islamisten am 13. November.

Drei Selbstmordattentäter versuchten, mit umgeschnallten Acetonperoxid-Sprengstoffwesten unter ihren Jacken in das Stadion zu gelangen, als 80 000 Zuschauer das Länderspiel der beiden »Kreuzfahrernationen Frankreich und Deutschland«, so der IS in seinem Bekennervideo, verfolgten. Als der Sicherheitsdienst ihre Jacken kontrollieren wollte, zündeten sie ihre Sprengstoffwesten.

Frankreich und Deutschland befinden sich im Krieg gegen den Islamischen Staat

Der Modus Operandi, mit mehreren Selbstmordattentätern diverse Ziele in Frankreich anzugreifen, stellt nach Ansicht führender Terrorismusexperten, wie Michael E. Leiter, einen Paradigmenwechsel dar. Auch die verfolgte Medienstrategie der Täter, dieses Großereignis für sich auszunutzen, zeugt von der Absicht, Angst und Terror in alle Wohnzimmer Europas zu verbreiten.

Die Kombination von gut ausgebildeten militärischen Kämpfern und die Infrastruktur des Kriegsschauplatzes Syrien mit Bombenbauern und Sprengstoff zu nutzen sowie diese Ressourcen mit vielen gleichzeitigen Selbstmordattentätern zu koordinieren und in Europa geplant einzusetzen, stellt eine kaum zu verhindernde Anschlagsgefahr dar.

So ist es schon verwunderlich, dass der europäische Fußballverband an den Spielen in Frankreich festgehalten hat, einem Land, das bereits mehrfach unter blutigen islamistischen Terrorangriffen zuleiden hatte. Auch befindet sich die Grande Nation von Charlie Hebdo offiziell im Krieg gegen den Islamischen Staat und bombardiert deren Kämpfer und Stellungen unaufhörlich.

Selbst die oberste Humanistin des Kontinents hat Deutschland in diesen Kriegseinsatz geführt, wobei hierzulande natürlich niemand von einem Kriegseinsatz spricht, schließlich suchen wir ja nur die Ziele der Bombardements aus. Sich also eine Apologie für Terroranschläge auf die EM 2016 zurechtzubiegen, dürfte den Medienkriegern des IS nicht besonders schwer fallen.

So rücken dann auch die sonst befürchteten Ausschreitungen von Hooligans angesichts der drohenden Terrorgefahr vollends in den Hintergrund.

Turnierdirektor Kallen spricht ganz offen von Spielabsagen und Geisterspielen wegen Terrorgefahr: »Wenn wir ein Spiel wegen der Terrorgefahr in eine andere Stadt verlegen müssten, könnte es wahrscheinlich zu Geisterspielen kommen, denn die Zuschauer, die Tickets für dieses Spiel haben, würden es so kurzfristig organisatorisch gar nicht schaffen, anzureisen und sich ein Hotel zu besorgen.«





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Dienstag, 23. Februar 2016

Bremens Polizeichef entlarvt rot-grünes Versagen

Bremens Polizeichef entlarvt rot-grünes Versagen

Stefan Schubert

Das Schweigekartell hat weitere Risse von unerwarteter Seite bekommen. Offen klagt der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller die rot-grüne Landesregierung an, eine heile Welt zu verkaufen. Während die Straftaten steigen und beispielsweise der Miri-Clan seit Jahrzehnten ungestört seinen kriminellen Geschäften nachgehen kann, wurde die Polizei systematisch kaputt gespart. Allein für (angeblich) minderjährige Flüchtlinge wird in Bremen mehr Geld ausgegeben als für die gesamte Polizei.

»Wir betreiben in Bremen Sicherheitsarbeit nach Kassenlage, nicht nach Bedarf«, kritisiert der Polizeipräsident Lutz Müller die rot-grüne Landesregierung im Weser-Kurier. Ein Satz, den jeder normale Bürger sofort unterschreiben kann.
Während die eingetriebenen Steuern von einer Rekordsumme zur nächsten eilen, wurde die Bremer Polizei regelrecht kaputt gespart. Beförderungsstau, mangelhafte Ausrüstung und veraltete Dienststellen gehören in Bremen zum Polizeialltag.

Unvergessen auch der Auftritt von SPD-Innensenator Mäurer auf der Personalratsversammlung.

Dort saß er abgehoben auf dem Podium und nahm teilnahmslos die Klagen seiner ihm unterstellten Männer und Frauen entgegen: Aufgrund von Personalmangel ist die Zahl unbearbeiteter Strafanzeigen von 6000 auf 6500 geklettert.

Allein 307 000 Überstunden haben Bremer Polizisten angehäuft, besonders die kriminelle Energieder angeblich minderjährigen Flüchtlinge verursacht eine Vielzahl von Einsätzen.

Ein Personalrat spricht dann Klartext: »Viele behaupten, sie seien 15 oder 17. Und dann stehen sie dir mit Vollbart gegenüber. Wir fordern Maßnahmen zur korrekten Altersbestimmung.« Was natürlich in der heilen Welt von Rot-Grün nicht passiert.

Laut wird es, als ein Personalrat darauf hinweist, dass Bremen regelmäßig die wenigsten abgelehnten Asylbewerber abschiebt und nicht einmal dort seinen Verpflichtungen nachkommt.

Darauf erklärt der SPD-Innensenator Mäurer in seiner ihm eigenen arroganten Art: »Wir setzen darauf, dass sie freiwillig Bremen verlassen.« Daraufhin brechen Hunderte Polizisten in lautes Hohngelächter aus.

Rot-Grün nutzt Flüchtlingskrise, um Wahlklientel zu versorgen

Das kleine Bundesland Bremen steht mit dieser Entwicklung exemplarisch für ganz Deutschland. Rot-grüne Politiker stammen vorwiegend nur noch aus drei Berufszweigen: der vor allem juristischen öffentlichen Verwaltung, dem Sozialbereich und der Lehrerschaft.

Und genau in diese Bereiche fließen die zu verteilenden Gelder überproportional. Während die Wähler Rot-Grün zunehmend abstrafen und damit hochbezahlte Mandate und zu besetzendePosten verloren gehen, wird die Flüchtlingskrise ausgenutzt, um das Wahlklientel mit gut bezahlten Vollzeitstellen zu versorgen.

Als Gegenleistung der so Versorgten werden der Bevölkerung eine heile Welt vorgegaukelt und störende Realitäten wegzensiert.

Nur: In Zeiten sozialer Netzwerke und alternativer Medien ist das Kartell der Verschweiger ins Hintertreffen geraten.

Anstatt, dass SPD und Grüne ihre Politik kritisch hinterfragen, greifen sie die Überbringer der Realitäten an. Zensur, Sperrungen und Diffamierungen statt Argumente, müsste das neue SPD-Parteiprogramm eigentlich lauten.

In Bremen ist die Klientelpolitik von Rot-Grün nun offensichtlich geworden: Während die Sozialbehörde im kommenden Jahr allein für (angeblich) minderjährige Flüchtlinge 160 Millionen Euro eingeplant hat, erhält die gesamte Polizei der Stadt Bremen nur 141 Millionen Euro.






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Montag, 22. Februar 2016

Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen

Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen

Janne Jörg Kipp

Der Jahrbuch-Klassiker Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen erscheint 2016 erstmals im Kopp Verlag. Der bisherige Verleger, der Verlag Droemer Knaur, hatte die Ausgabe kurz vor dem Druck des jährlichen Bestsellers gestoppt. Schon kurz nach Erscheinen stürmte das Jahrbuch indes erneut die Bestsellerlisten. Dessen Popularität zeigte sich auch bei einer Veranstaltung von »Kopp Aktuell« am vergangenen Freitag, dem 19. Februar 2016, in der Gerhard Wisnewski das Buch im Rahmen einer offenen Diskussionsrunde mehr als 300 Zuhörern vorstellte. Eine Buchbesprechung und ein Rückblick auf die Veranstaltung:

Das »andere Jahrbuch« mit dem Anspruch, das zu veröffentlichen, »was 2015 nicht in der Zeitung stand«, fasst auf 368 Seiten ein aufregendes Jahr zusammen. Mit Fakten, Zusammenhängen und Überlegungen, die so ganz gewiss nicht in den Zeitungen standen. Der Autor hält Wort. So erinnert er daran, dass Insider schon zwei Wochen vor der AirAsia-Katastrophe vom 28. Dezember 2014 möglicherweise Bescheid über den bevorstehenden Unfall wussten, und zitiert eine interessante Warnung aus dem chinesischen sozialen Netzwerk Weibo. Hätten Sie es gewusst?

Ebenfalls im Januar des vergangenen Jahres ereigneten sich die Ereignisse um Charlie Hebdo in Paris. Sie erinnern sich? Viele Fragen scheinen noch immer ungeklärt. Gerhard Wisnewski stellt sie. Denn es ist nichts klar.

Warum etwa konnten die Attentäter den Anschlag verüben, »obwohl sie längst auf dem Radarschirm der Behörden waren«? Oder »warum ein führender Ermittler noch in der Nacht nach dem Anschlag Selbstmord beging«? Vor allem geht Wisnewski der Frage nach: »Cui bono?« ‒ wem also nutzt es? Und er entwirft einen klaren Blick auf unser Nachbarland Frankreich sowie die geostrategischen Bezüge dieses Attentats. Es lohnt sich, dem Fall mit Wisnewski noch einmal hinterherzuspüren …

Und schon am 25. Januar 2015(!) lässt sich nachweisen, dass die kommende Flüchtlingspolitik so geplant war. So zitiert Wisnewski den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich: »Wir müssen Ausländer ins Land holen. Gerade der Osten braucht mehr Zuwanderung.« GerhardWisnewski zeichnet die sehr interessante Geschichte und deren Begründung nach. Schon der Januar brachte gewaltigen Zündstoff. Wisnewski macht daraus ein zeitgeschichtliches Dokument.

Doch der Januar sollte nur den interessanten Auftakt zu einem wilden Jahr bilden, das in vielen der sogenannten Leitmedien anders dargestellt oder gewichtet wurde, als dies in diesem alternativen Jahrbuch geschieht. Erinnern wir uns zurück, beispielsweise an den Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525. Gerhard Wisnewski ruft uns in Erinnerung, dass dieser Absturz geheimnisvoll war. Schon in wenigen Stunden hatten die großen Medien ihre Erklärungen parat.

Der Autor zweifelt und geht den Angaben auf den Grund. So erfahren wir von regelmäßigen Atemgeräuschen im Cockpit, die auf seltsame Weise gedeutet werden. Von einem Staatsanwalt, der »noch bessere Ohren (hat), als die Polizei erlaubt« und haarscharf unterscheiden kann, ob jemand bewusstlos ist oder bei Bewusstsein. Der per Mitschnitt sogar ermitteln will, ob und in welche Richtung der vorgebliche Täter einen Drehknopf betätigt. Je tiefer der Autor in die Materie eindringt und uns die Zusammenhänge beschreibt, desto rätselhafter wird dieser Kriminalfall. Allerdings passt er, wie Wisnewski ausleuchtet, bestens in die politische Landschaft. Frankreichs Regierung hätte wenig Besseres passieren können.

Und so beschäftigt sich Gerhard Wisnewski mit vielen seltsamen, wichtigen, aber verzerrt dargestellten Vorgängen aus dem vergangenen Jahr. Cui bono? – fragt man sich beispielsweiseauch, wenn er die Berichte zum möglichen Bargeldverbot vom 31. März(!) zitiert.

Oder wenn Wisnewski aus den Vorgängen im April 2015 berichtet und schreibt: »Ohne Amis kein IS«. Oder wenn er vom Treffen der Bilderberger im Sommer 2015 berichtet, von Schulden als Waffe gegen das eigene Volk, von der sogenannten Migrationswaffe oder anlässlich eines Besuches von Barack Obama in Kuba und die geheimnisvolle Geschichte um Fidel Castro aufbereitet.

Einen wesentlichen Teil des Jahrbuchs nehmen dann selbstverständlich die Ereignisse vom September ein, in dem es zum berühmten Rechtsbruch durch Kanzlerin Merkel kam. Sie gab, wie Wisnewski an anderer Stelle betont, die Staatsgrenzen auf. Der Autor beschäftigt sich eingehend mit allen Vorgängen hinter den Kulissen und listet Fakt für Fakt auf, wie es tatsächlich zu Bränden von Flüchtlingsunterkünften kam oder wie sich die Demonstrationen in der Flüchtlingsfrage wirklich zusammensetzen.

Auch in dieser Frage leuchtet Wisnewski die Ecken aus und fragt dort, wo die Leitmedien nicht mehr weitergehen. Warum auch immer. Fakten über Fakten wie zu zahlreichen anderen Vorgängen im brisanten Jahr 2015, die dieses Jahrbuch nahezu unersetzlich werden lassen. Viele tausend Leser haben sich bereits die Ausgabe aus dem neuen Verlag gesichert. Es lohnt sich.

Mehr als 300 Teilnehmer bei Wisnewski-Veranstaltung

So war es nicht mehr überraschend, dass auch eine kurzfristig angekündigte Veranstaltung mit Gerhard Wisnewski als Hauptgast sowie Markus Gärtner als Moderator zum vollen Erfolg wurde. Mehr als 300 Teilnehmer, viele davon bereits Leser Wisnewskis, trafen sich zu einer interessanten Fragerunde mit dem Erfolgsautor. Nachdem Markus Gärtner Wisnewski zu dessen Werdegang und Theorien befragt hatte, konnte das Publikum sich an der Diskussion beteiligen.

Die Freunde des Hauses ließen kein Thema aus. Viele Fragen richteten sich auf die Motive und die Zukunft des Flüchtlingsthemas. Wisnewski ließ erkennen, dass nicht »die Flüchtlinge«, sondern vielmehr die Flüchtlingspolitik das eigentliche Thema sei. Hier erneuerte und belegte er seine Theorie von der Migrationswaffe, mit der die Staatsgrenzen mutwillig aufgelöst würden.

Die muntere Diskussion drehte sich ebenso um Charlie Hebdo, um Kanzlerin Merkel und deren Beweggründe, um die Mächtigen dieser Welt, um Chemtrails bis hin zur Lagerung des deutschenGoldes in den USA.

Ein sehr kurzweiliger Abend von 19 Uhr bis nahezu 23 Uhr, zu dessen Ende sich der Erfolgsautor die Zeit nahm, sein Buch noch selbst zu signieren. »Gerne wieder«, erzählten zahlreiche Teilnehmer beim abschließenden gemeinsamen Snack und Gespräch im Foyer der Veranstaltungshalle.

Die Veranstalter, die Mitarbeiter des Kopp Verlages sowie der Gast dieser Auftaktveranstaltung, Gerhard Wisnewski, versprachen eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe. Schon bald. Politik, persönliche Fragen und gemeinsame Gespräche hautnah – das Konzept hat sich bewährt. Vielen Dank an Gerhard Wisnewski.




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