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Mittwoch, 9. Dezember 2015

Neuigkeiten vom NSU-Phantom und Interview mit »Fatalist«

Neuigkeiten vom NSU-Phantom und Interview mit »Fatalist«

Falk Schmidli

In unserem letzten Artikel über den NSU-Prozess berichtete Kopp Online über den Brief der Gruppe um den Blogger und Leaker von BKA-Dokumenten »Fatalist« an den Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Inhalt dieses Mailings waren gravierende Widersprüche in den NSU-Akten, die den Verdacht nahelegen, dass es sich hierbei um gefälschte Beweise handelt. Das Mailing ist nun zwei Monate her. Was ist seitdem passiert?

»Fatalist«-Blog wurde geschlossen

Zunächst wurde der Blog »Wer-nicht-fragt-bleibt-dumm« direkt nach dem Mailing geschlossen, womit die Gruppe um Fatalist (auch »Arbeitskreis NSU« genannt) natürlich gerechnet hat und innerhalb kürzester Zeit mit einem Sicherungsblog wieder online war. Diesen neuen Blog finden siehier.

Bosbach und Montag vertrösten

Auf unsere Nachfrage beim Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums Wolfgang Bosbach hin, was er in der Angelegenheit zu tun gedenkt, bekamen wir folgende Antwort: »Das Parlamentarische Kontrollgremium des Deutschen Bundestages (PKGr) hat zum Fall ›Corelli‹ und weiterer aufgefundener Datenträger mit Bezug zu ›NSU‹/›NSDAP‹ und dazu neu aufgetauchter Fragestellungen einen parlamentarischen Sonderermittler eingesetzt.« Fragen zu neuen Erkenntnissen über die Authentizität des Materials oder zu sonstigen konkreten neuen Erkenntnissen wurden von Wolfgang Bosbach nicht beantwortet, obwohl mittlerweile diese einfache Überprüfung hätte stattfinden können und müssen.

Eine solche Überprüfung darf normalerweise nicht mehr als einen oder zwei Tage dauern – wahrscheinlich wurde sie auch längst durchgeführt, nämlich zu dem Zeitpunkt, als die ersten Akten geleakt wurden. Eine Nicht-Beantwortung dieser einfachen Frage erscheint uns somit bemerkenswert.

Wir befragten auch den Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag (Die Grünen), der als Sonderermittler vom Parlamentarischen Kontrollgremium des Deutschen Bundestages eingesetzt wurde. Dieser beantwortete ebenfalls nicht die an ihn gestellte Frage, ob das Material authentisch ist, sondern berief sich auf seine strikte Pflicht zur Verschwiegenheit. Er beantwortete nur unsere Frage, ob er Kenntnisse über die Schließsung des Blogs »Wer-nicht-fragt-bleibt-dumm« habe. Jerzy Montag behauptet, keinerlei Kenntnisse darüber zu haben.

Der Stern schreibt über den Arbeitskreis NSU

Am 21.11.14 schaffte es der Arbeitskreis NSU dann endlich in den Stern. Der Mainstream will sich offensichtlich mit der »Staatsaffäre« kritisch beschäftigen – so scheint es jedenfalls, wenn man den Artikel von Hans-Ulrich Jörges liest. Andererseits macht der Artikel den Eindruck, als wolle man die NSU-Lüge nun noch einmal richtig aufblasen. Dort wird bereits von einem größeren Netzwerk fabuliert, sogar der Innenminister Thomas de Maizière wird zitiert, der von weiteren Tätern ausgeht.

Auch die Sozialdemokratin Eva Högl wird zitiert, die von einem breiten Netzwerk rechtsextremer Strukturen verteilt über ganz Deutschland fantasiert. Der Innenausschuss redet laut dem Stern-Artikel bereits von »gezielter Sabotage« und stellt fest, was Kopp Online schon monatelang behauptet: Der NSU-Fall strotzt nur so vor Widersprüchen. Jörges bringt schließlich auch eine Passage über den Whistleblower Fatalist, den er als »rätselhaft« bezeichnet. Die geleaktenDokumente werden in diesem Artikel jedoch als glaubwürdig dargestellt.

Interview mit Fatalist

Kopp Online hat Fatalist erneut kontaktiert. Uns erscheint er nicht rätselhaft, denn im Gegensatz zu den anderen Interviewpartnern beantwortete er die an ihn gestellten Fragen allesamt präzise:

Kopp Online: Der Stern bezeichnet Sie am 21.11.2014 als »rätselhaften Blogger aus Phnom Penh«.  Ihre Zuarbeit, die gemäß diesem Artikel Clemens Binninger (Chef des parlamentarischen Kontrollgremiums für Geheimdienste) inspiriert hat und für die Parlamentarier unbekannt war, wird eher positiv gesehen. Was sagen Sie dazu, dass Sie es nun endlich in den Mainstream geschafft haben, sogar in ziemlich positiver Weise? Was vermuten Sie dahinter?

Fatalist: Wir haben Ende Juni 2014 angefangen, Akten zu leaken, zuerst über die Ermittlungen zu den neun Döner-Morden (Ceska-Morden). Anhand der Besucher-IPs haben wir gesehen, dass die Leitmedien von Anfang an täglich mitlasen, die Sicherheitsbehörden sowieso. Das monatelange Totschweigen samt Zensur aller Links, die von den Bloglesern als Kommentare im Mainstream gepostet wurden, hat uns klar gemacht, wie sehr die Medien gleichgeschaltet sind und sich nicht der Aufklärung verpflichtet fühlen; das Gegenteil ist vielmehr der Fall.

So gesehen war dann die diffamierende Darstellung im Spiegel Ende September keine Überraschung. Sie folgte direkt nach der Einschaltung des Bundestags-Innenausschusses, dem Aktenteile übersendet wurden, die eine tiefe Verstrickung der Sicherheitsbehörden in das NSU-Phantom nahelegen.

Die Süddeutsche Zeitung hat wie die Bundesanwaltschaft regelrecht panisch reagiert, als der Bundestags-Innenausschuss ankündigte, den Verdachtsmomenten nachzugehen. Beim Ceska-Rätsel gibt es allerdings kein Entrinnen: entweder Dokumentenfälschungen in großem Umfang, oder eine Staatsaffäre.

Kopp Online: Finden Sie es auch seltsam, dass nach dem Spiegel-Artikel, der kolportierte, dass Sie »rechts« seien, nun dieser Artikel ohne Nazikeule erscheint?

Fatalist: Was NATO- und Regierungs-Postillen wie Spiegel oder die Springerpresse als »rechts« ansehen, das interessiert mich wenig. Es gilt das alte Gandhi-Wort: Erst ignorieren sie dich, dann bekämpfen sie dich,... Uns ging es immer um den Rechtsstaat und eine Regierung, die sich an dieGesetze hält, um unvoreingenommene Ermittlungen und um eine unabhängige Justiz. Wir verlangen nichts weiter als die Einhaltung von Recht und Gesetz.

Die Passagen zu meiner Arbeit von Herrn Jörges jetzt im Stern sind in Ordnung. Ich als Person bin aber gar nicht so wichtig, wir arbeiten als Team, als Arbeitskreis NSU. Man spekuliert fleißig zurzeit, wie viele Personen der Arbeitskreis umfasst. Nun, wir sind mehr als zehn und weniger als 100, das minimiert auch das Risiko für den Einzelnen.

Kopp Online: Was gibt es Neues vom Innenausschuss oder dem eingesetzten Sonderermittler Jerzy Montag? Die Antworten auf die von Kopp Online gestellten Fragen sind absolut schwammig oder unbrauchbar. Haben Sie oder andere Mitglieder des Arbeitskreises NSU mittlerweile wenigstens die Bestätigung erhalten, dass die Unterlagen echt sind?

Fatalist: Auch das gehört zur medialen Strategie: zu erwägen, dass über 700 Ordner mit zig Hunderttausend Seiten gefälscht sein könnten. Aber wer sollte sich dieser Mühe unterziehen, und wozu? Der Stern hat das korrekt geschrieben: In Berlin munkele man, wir besäßen alle 620 Ordner des BKA. Also das ist fast richtig, es sind allerdings auch andere Ordner dabei. Vom LKA Stuttgart zum Beispiel, und GBA-Ordner...

Zu Jerzy Montag: Er hat uns nett geantwortet, aber der Mann braucht Zeit, um sich einzuarbeiten. Sein Bericht soll erst im Mai 2015 fertig sein. Man muss dem Mann auch die Zeit zugestehen.

Der Innenausschuss hat nicht reagiert, als die NSU-Ausschussvorsitzende Marx (SPD) in Thüringen Ende März 2014 die Rußlungenlüge von BKA-Präsident Ziercke und Generalbundesanwalt Range aufdeckte, die sich die beiden Herren am 21.11.2011 in eben diesem Gremium Innenausschuss erlaubten. Man meinte wohl, wenn es die Leitmedien unterschlagen, dann bräuchte man es ebenfalls nicht zur Kenntnis zu nehmen. Das Gremium wurde damals informiert, im Link dokumentiert, und es hat abwehrend reagiert.

Dieses Gremium hat bislang nicht gerade überzeugt, und durch Aufklärungswillen hat man sich gerade nicht hervorgetan. Ob sich diese Linie durchhalten lässt, das wird die Zukunft zeigen. DerArbeitskreis NSU wird zu gegebener Zeit nachlegen.

Kopp Online: Haben Sie mittlerweile irgendeine fundierte Resonanz auf die eingereichten Widersprüche erhalten?

Fatalist: Nein, haben wir nicht. Das ist auch nicht zu erwarten, da die Manipulationen an den Tatorten offensichtlich sind und die gesamten Bild-Asservaten-Akten dazu veröffentlicht wurden – sowohl das Wohnmobil betreffend rund 1300 zusammenhängende Seiten als auch die kompletten Polizei-Bildmappen aus Zwickau mit mehr als 1000 Fotos und Erläuterungen dazu.

Weiterhin Dutzende kompletter BKA-Akten, bei denen man als Bürger sogar ohne Vorkenntnisse die Manipulationen (»Fehler«) nachvollziehen kann. Was wir bloggen, das können wir belegen, und jeder Leser kann das in den Akten selber nachvollziehen.

Es dürfte kaum möglich sein, diese Anzahl von vielen Hundert Fehler der Ermittler zu erklären – was die NSU-Ausschüsse aber überwiegend taten: Die Ausrede von »Pleiten, Pech und Pannen« wird nicht durchzuhalten sein als Erklärung für ein Staatsversagen. Man wird diesen Begriff in »Staatsaffäre« umdefinieren müssen, so wie der Stern das getan hat.

Kopp Online: Wie lautet Ihre Prognose für den NSU-Fall?

Fatalist: Die ganze Wahrheit wird nicht herauskommen. Man wird sich auf eine Linie zurückziehen, die man längst entwickelt hat. Man lese nur »Heimatschutz« von Aust/Laabs, dort wird diese Verteidigungslinie bereits entwickelt: Wir nennen sie »NSU-Staats-VT 2.0«. Kurz zur Erklärung: drei isolierte Einzeltäter, die an allen 26 NSU-Tatorten nicht nachgewiesen werden können. Diese Verschwörungstheorie des Staates ist die der Medien und der Anklage: Ohne Beweise, denn die gibt es nicht, bleibt es aber eine Verschwörungstheorie, die aber nicht durchzuhalten ist.

Diese gescheiterte Kleinst-Terrorzellen-Trio-These, das ist die Version NSU 1.0. Sie wird zurzeit aufgegeben. Ersetzt werden soll sie durch die Version NSU 2.0: Ganz viele Mörder in ganz vielen Städten, Helfer überall sowieso. Daran arbeitet auch die Nebenklage fleißig mit, denn eine Verurteilung Zschäpes als Mittäterin bei den Morden ist sehr unwahrscheinlich. Es gibt keine Nachweise für die beiden Uwes an irgendeinem Tatort, also wird es auch schwierig, Zschäpemittäterschaftlich zu verurteilen. Es läuft auf Brandstiftung ohne besondere Schwere der Schuld hinaus, also ohne Lebensgefährdung von Menschen. Zschäpe wird nach dem Urteil als freie Person in ein Zeugenschutzprogramm gehen, so meine Prognose.

Der Ausweg ist die Variante NSU 2.0: andere Täter, ein größseres Netzwerk, und das mit Wissen des Verfassungsschutzes. Mord unter den Augen nicht der Behörden, sondern mit Wissen eines kleinen verschworenen Kreises von Personen innerhalb der Sicherheitsbehörden. Das ist der Ausweg aus dem Dilemma. Hinter den Kulissen dürften längst Freiwillige gesucht werden. Ein Anweiser an höchster Position inklusive.

Es muss auffallen, dass der Verfassungsschutz auch im Abschlussbericht des NSU-Ausschusses Thüringen »schuldig« genannt wird, in den Medien und bei Aust/Laabs passiert dasselbe, und die skandalösen Ermittlungsmängel des BKA bleiben weitgehend außen vor. Man darf die Installation eines Sündenbocks namens Verfassungsschutz vermuten, sie ist tatsächlich längst in vollem Gange.

Kopp Online: Und was soll der Grund für die NSU-2.0-Geschichte sein?

Fatalist: Der eigentliche Zweck dieser Maßnahmen ist der Schutz der Regierung, denn es dürfte einleuchtend sein, dass ein BKA nicht ohne Weisung zielgerichtete Ermittlungen zum Beweis einer Terrorzelle geführt hat, deren Ergebnis die Bundesanwaltschaft anklagte. Man hat zum Beispiel komplette Wohnsitze nachgewiesen, die es gar nicht gab und für die es keinen einzigen Nachbarn als Zeugen für die Anwesenheit der zwei Uwes und der einen Beate gibt. Die Akten dazu haben wir komplett veröffentlicht.

Man befragte 30 Nachbarn und fand nicht einen einzigen, der dort einen aus dem Trio sah. Wenn all das vor Gericht gar keine Rolle spielte und auch den Medien dazu kein einziger kritischer Artikel einfiel, dann sollte jeder Leser erkennen, was für ein Spiel dort abläuft. Wir nennen das den »BRD-OLG-Stadel zu München«.

Das wird vermutlich am Ende herauskommen: Mehrere »entglittene V-Leute« mordeten mit Wissen einer kleinen kriminellen Struktur innerhalb des Geheimdienstes. Welches Landesamt für Verfassungsschutz diese Rolle wird annehmen müssen, das bleibt abzuwarten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wird es jedenfalls eher nicht sein.

Kopp Online: Danke für Ihre Einschätzung und das Interview. Wir melden uns wieder.




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NSU-Affäre: War das Nagelbombenattentat in der Keupstraße eine Geheimdienstmission?

NSU-Affäre: War das Nagelbombenattentat in der Keupstraße eine Geheimdienstmission?

Falk Schmidli

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Die offizielle Version des Nagelbombenattentats in der Keupstraße passt weder zu den Zeugenaussagen noch zu den Ermittlungsakten. Und warum wurde der Öffentlichkeit eigentlich das zweite Fahrrad verschwiegen?

Derzeit wird vor dem Oberlandesgericht München das Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße verhandelt. Bei diesem Anschlag, der am 09.06.2004 stattfand, wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Die Schwarzpulver-Nagelbombe war im Topcase eines Fahrrads versteckt, das angeblich Uwe Mundlos dort platziert hatte. Dabei soll er von einer Kamera des Musiksenders Viva gefilmt worden sein. Die damals aufgenommenen Fahndungsfotos finden Siehier.
Die ganze Geschichte ist schon deshalb einigermaßen unglaubwürdig, weil erstens kein nachvollziehbares Motiv genannt wird, zweitens kein Bekennerschreiben existiert und drittens keineforensischen Beweise vorliegen. Diese drei grundlegenden Mängel ziehen sich bekanntlich durch die komplette NSU-Geschichte.

Der »Arbeitskreis NSU« um den Whistleblower »fatalist« hat sich des Falles »Keupstraße« in den letzten Wochen intensiv angenommen und die geleakten Akten analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse deutet sehr stark darauf hin, dass – anders als der Medien-Mainstream von Anfang an behauptet – die Drahtzieher dieses Terroranschlags nicht in Neonazikreisen, sondern vielmehr im Geheimdienstmilieu zu verorten sind. Die viel wahrscheinlichere Theorie für das Geschehen ist also, dass dieser Bombenanschlag in Wirklichkeit eine Geheimdienstaktion war.

Nicht nur das: Der Fahrradschieber vom Fahndungsplakat, den man uns als den NSU-Terroristen Mundlos verkaufen will, sieht einem Zivilpolizisten verblüffend ähnlich, der sich kurz nach dem Bombenanschlag am Tatort befand. Das zumindest belegen Fotos aus dem NSU-Leak. Wir möchten unsere Leser bitten, sich selbst ein Bild zu machen, ob besagter Beamter dem Gesuchten ähnlich sieht. Bitte sehen sie sich hierzu folgende vom »Arbeitskreis NSU« erstellteÜberblendung an.


Es existieren zwei Fahrräder mit Topcase, was die Mainstream-Medien bis heute absichtlich verschweigen. Das zweite Fahrrad führte sogar zu einer Evakuierung der Anwohner, weil ein USBV-Team des LKA NRW (Sprengstoffexperten) dieses zweite Fahrrad untersuchte.

Dazu kommt eine Zeugenaussage, die einen mediterranen Fahrradschieber beschreibt, was nun wirklich kaum auf die beiden Uwes zutreffen kann. Früher wurde diese Information aber noch zur besten Sendezeit gebracht, genauer gesagt bei Minute 6:46 der Sendung Aktenzeichen XYungelöst vom 02.06.2005. Damals war die Beschreibung der Person, die man uns heute als Uwe Mundlos verkaufen will, folgende: Mitte 20, etwa 1,80 Meter groß, schlank, dunkler Teint, dunkle Augen, mediterraner Typ.


Wir haben den Whistleblower »fatalist« kontaktiert und ihn zu diesem Fall interviewt. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst!

Kopp Online: Die berühmten Fotos des Fahrrad schiebenden Bombenlegers zeigen angeblich Uwe Mundlos. Der Arbeitskreis NSU behauptet, dass es in Wirklichkeit zwei Läufe (= Vorbeischieben des Fahrrads) gegeben habe und der erste Lauf etwa eine Stunde vor dem Bombenanschlag von Beamten durchgeführt wurde. Was sind die Beweise, die dafür sprechen, dass es überhaupt zwei Läufe gab?
fatalist: Nicht der Arbeitskreis (AK) NSU behauptet, dass es zwei Versuche gab, sondern das BKA und das LKA Nordrhein-Westfalen. In der Operativen Fallanalyse wird explizit der zeitliche Ablauf (aus den Viva-Kameras in der Schanzenstraße) nachgezeichnet, und man weist darin nach, dass es zwei Versuche gab. Die OFA ist 30 Seiten lang und komplett veröffentlicht worden vom AK NSU. Man geht davon aus, dass es mindestens einen Täter gab, wahrscheinlich jedoch zwei Täter. Es soll eine nicht transportable Bombe gewesen sein, die ortsnah zusammengebaut wurde. Also in Köln. Das hatte man 2005 so herausgearbeitet bei BKA und LKA.

Kopp Online: Es gibt eine Aussage einer Zeugin über den Fahrrad schiebenden Bombenleger. Wen hat die Frau erkannt, und passt diese Beschreibung auf Uwe Böhnhardt oder Uwe Mundlos?
fatalist: Die Zeugin Gerlinde Borghoff hat 2011 ganz spontan als Fahrradschieber Uwe Böhnhardt erkannt, laut BKA ist niemand anhand der Videoaufnahmen identifizierbar, laut Anklage ist es jedoch Uwe Mundlos gewesen. Das Problem: Das Größengutachten des LKA NRW geht von zwei Männern aus, die (mit Turnschuhen und Basecap gemessen) rund 1,76 Meter bis 1,80 Meter groß waren. Böhnhardt ist mit 1,85 Metern (ohne Schuhe und Basecap) aber eindeutig zu groß.

Die Zeugin erkannte einen »mediterranen Typ«, Mundlos ist jedoch blond, die Identifizierung betrifft somit den »falschen« Uwe und ist zudem unsicher. »Gesamteindruck Böhnhardt« ist etwas wenig, zumal sie diesen im Jahr 2012 nur auf einem Führerscheinfoto aus dem Jahr 1996 erkannte, er2004 aber ganz anders aussah.

Kopp Online: Es ist in der Anklage immer von nur einem Fahrrad die Rede. Der Arbeitskreis NSU behauptet, dass es noch ein zweites gibt. Was sind die Beweise? Was bedeutet es, dass das zweite Fahrrad seit über zehn Jahren verschwiegen wird?
fatalist: Wir behaupten das deshalb, weil das zweite Fahrrad mit Topcase in denAkten genannt wird. Die Anwohner wurden evakuiert, weil man eine zweite Bombe vermutete, und die USBV-Entschärfer kamen samt Sprengstoffspürhund. Das Foto mit dem zweiten Fahrrad mit Topcase ist in der FAZzu sehen. Neben dem Detonationsort der ersten Bombe.

Das zweite Bomben-Fahrrad könnte Uwe Böhnhardt geschoben haben, so wie es die Zeugin beobachtet hat, aber mediterran ist auch der nicht. Die – laut den Überwachungskameras – zwei Annäherungen an das Ziel Keupstraße weisen in die Richtung, dass da eine Trugspur im Rahmen einer Operation gelegt wurde.

Immerhin war ein türkischer Oberstleutnant Augenzeuge, und das Ziel waren Kurden.

Kopp Online: Welche Theorie hat also der Arbeitskreis NSU anhand der Akten entwickelt?
fatalist: Es ist damals binnen kürzester Zeit eine Einflussnahme durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erfolgt, so dass innerhalb von Stunden nach der Explosion der ursprüngliche Agenturmeldungs-Begriff »Terrorbombe« gegen »Organisierte-Kriminalitäts-Bombe« ausgetauscht wurde. Es ist völlig unstrittig und auch vom NSU-Ausschuss des Bundestages dokumentiert worden, dass damals ein gewisser Dr. M. involviert war, der laut dem Buch Heimatschutz (Stefan Aust/Dirk Laabs) Chef der Auswerter des BfV war. Der Bundesminister des Innern, Otto Schily, und der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens müssen entsprechend gebrieft worden sein, denn es blieb bei der Version »Organisierte-Kriminalitäts-Bombe« bis November 2011.

Wenn nach der Lesart vom 04.11.2011 trotz fehlender Beweise ein »NSU« in Person der beiden Uwes involviert gewesen sein soll, dann kann das nur innerhalb einer geheimdienstlichen Operation der Fall gewesen sein, von der der Verfassungsschutz (VS) wusste, oder aber der VS wusste von einer türkischen Operation. Man denke an den türkischen Offizier am Tatort, dessen Anwesenheitman mit einer Trugspur (Durchlaufen derViva-Überwachungskameras ca. eine Stunde zuvor) verschleierte.

In der Tat wurde der Offizier vier Stunden lang in Berlin vom Staatsschutz vernommen, bevor er ausreisen durfte. Der Verdacht »Bombe gegen Kurden« kam also auch den Ermittlern damals sehr, sehr zügig. Udo Schulze hat das bereits 2013 in seinem Buch thematisiert.

Eine autonome Operation einer »Terrorzelle NSU« scheidet hingegen logisch aus, es sei denn diese Terrorzelle arbeitete dort mit größerer Besetzung im Auftrag des Staates (vier bis fünf Leute / vier Fahrradschieber, ein Zielbeobachter, den der Frisör Hasan Yilderim auch sah – zwar mit Rucksack, aber ohne Fahrrad). »Betreutes Bomben« nennt das Andreas von Bülow in Bezug auf die sogenannten Sauerlandbomber.

Der AK NSU postuliert keine Wahrheiten, sondern entwickelt unter Berücksichtigung der Ermittlungsakten konkurrierende Thesen, die ohne absichtliche Auslassung wesentlicher Fakten auskommen. Dagegen sind die offiziellen Thesen zum NSU ohne das Weglassen wesentlicher Fakten unmöglich.

Kopp Online: Was könnte man also als Fazit festhalten?
fatalist: Wir wissen nicht, wie es wirklich war, aber wir wissen, dass es nicht so war, wie Staat und Medien es uns seit 2011 erzählen wollen. Die Wahrheitsfindung im Münchner Prozess läuft so ähnlich wie man das seit den 1970er Jahren von Terrorprozessen in der BRD gewohnt ist: Staatsgeheimnisse müssen geschützt werden – und daran halten sich alle Beteiligten sogar vor Gericht. Selbst die »Verteidiger« tun das.

Rechtsstaat geht anders.

Kopp Online: Vielen Dank für das Interview.





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NSU-Affäre – Der merkwürdige Banküberfall von Eisenach

NSU-Affäre – Der merkwürdige Banküberfall von Eisenach

Falk Schmidli

Laut der offiziellen NSU-Geschichte haben die beiden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 4.11.2011 gegen 9:15 Uhr die Sparkassen-Filiale in Eisenach überfallen. Sie flüchteten mit dem Fahrrad zum zwei Minuten entfernt geparkten Wohnmobil, wurden dort von herbeigeeilten Polizisten gestellt und begingen dort trotz überlegener Bewaffnung gemeinschaftlich Selbstmord. Wir werden zeigen, dass schon der Überfall auf die Sparkasse unglaubwürdig ist.
Aufnahme aus einer Überwachungskamera in der Sparkassen-Filiale in Eisenach vom 4.11.2011


Zeuge sah langhaarigen Wohnmobilfahrer

Zunächst zu den Akten, die wiederum vom Whistleblower »Fatalist« in einer neunteiligen Serie zum Thema »Eisenach« geleakt wurden:

Der Zeuge Sven B., der mit seinem Kieslaster am 4.11.2011 gegen etwa 8:15 Uhr eine Zeitlang hinter dem späteren Todeswohnmobil in Stregda herfuhr, konnte eine Person genauer beschreiben, und zwar folgendermaßen: Dunkle, glatte, wahrscheinlich schwarze Haare, die auf jeden Fallschulterlang waren.
Dies passt nun überhaupt nicht auf die angeblichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die beide sehr kurze Haare hatten. Der Zeuge B. wurde seltsamerweise nie vor dem Oberlandesgericht München zum NSU-Fall befragt. Man fragt sich natürlich: Warum eigentlich nicht? Vielleicht weil man keine Langhaarperücke im Wohnmobil gefunden hat, oder der langhaarige Wohnmobilfahrer einfach nicht in die Geschichte, die man uns erzählt, passen will?

Das Handy des André Kapke und ungestellte Fragen

Nichts Neues ist die Tatsache, dass das Handy des angeblichen NSU-Unterstützers und langjährigen Thüringer-Heimatschutz-Aktivisten André Kapke am 4.11.2011 in dieselbe Funkzelle in Eisenach eingeloggt war, in der auch das Wohnmobil von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt stand.

Kapke erklärte seine Anwesenheit in Eisenach damit, dass er zusammen mit seinem Vater ein Auto in Eschwege kaufen wollte. Kapke fuhr dabei sogar zweimal am Tatort vorbei, nämlich einmal am Morgen und einmal gegen 14 Uhr. Zwölf Minuten lang war Kapke dort eingeloggt, wo die Rechtsmediziner Prof. Dr. Mall und Dr. Heiderstädt bereits eine erste Leichenschau von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt durchführten.

Interessanterweise erklärte Kapke, dass er seit 1998, also seit 13 Jahren(!), keinen Kontakt mehr zum sogenannten NSU-Trio gehabt hätte. Es ist also ein äußerst erstaunlicher Zufall, dass erausgerechnet am Todestag sogar gleich zweimal in direkter Nähe war!

Kapke wurde insgesamt dreimal vor dem Oberlandesgericht München vernommen, nämlich am 21.11.2013, am 5.2.2014und am 20.3.2014. Der fragliche 4.11.2011 war dabei kein Thema, stattdessen wurde Kapke intensiv zu uralten Geschichten aus den 1990er-Jahren und zu den Pogromoly-Spielen befragt. Der Umstand, dass er zweimal am Todestag in der Nähe des Wohnmobils war, war erstaunlicherweise kein Thema!

Da sind sie also wieder, die nicht gestellten Fragen, die sich äußerst verdächtig durch den gesamten NSU-Fall ziehen und einen schalen Beigeschmack verursachen.

Überwachungsfotos ohne Zeitstempel

Die nächste Merkwürdigkeit sind die fehlenden Zeitstempel auf allen Überwachungsfotos des Überfalls auf die Sparkassen-Filiale in Eisenach. Fakt ist: Es gibt kein einziges Foto mit einer Uhrzeit darauf. Man sollte meinen, dass diese Information auf Überwachungskameras hoch interessant ist und deshalb obligatorisch vorhanden sein sollte.

Hat man sie vielleicht entfernt, weil die Zeitfrage, wie hier beschrieben, zwar wichtig aber nicht eindeutig ist? Seltsamerweise sind die geleakten Fotos auch noch handschriftlich durchnummeriert, als wenn das bei Überwachungskameras tatsächlich notwendig wäre.

Weiterer Fakt ist, dass nicht einmal klar ist, wann es überhaupt einen Alarm gab, d.h. wann die Polizei wusste, dass in der Sparkassen-Filiale Eisenach ein Überfall stattfindet oder stattgefunden hat. Die ganzen Probleme bei der genauen Bestimmung des Zeitpunkts des Überfalls sehen nach Manipulation aus. Auch im BKA Bericht gibt es keine Zeitangaben für den Banküberfall – nicht eine Einzige, was sehr bemerkenswert ist, da es eine obligatorische Information ist.

Keine DNA, keine Fingerabdrücke an den Tatwaffen

Zunächst zu dem Revolver, der angeblich bei dem Raubüberfall von Uwe Böhnhardt verwendet wurde: Diesen Revolver schlug laut offizieller Version Uwe Böhnhardt während des Überfalls demFillialleiter C. seitlich gegen das Ohr, wodurch C. eine Menge Blut verlor, was z.B. auf dieser Aufnahme zu sehen ist.

Auf dem Revolver befindet sich aber wederdie DNA von Uwe Böhnhardt, noch vom Filialleiter C. Stattdessen wurde darauf die DNA einer unbekannten Person gefunden. Das ist äußerst bemerkenswert, da es ein klarer Widerspruch zur offiziellen Version ist.

Auch der Umstand, dass auf Waffen keine verwertbaren Spuren zu finden sind, zieht sich bekanntlich wie ein roter Faden durch den gesamten Fall, denn ebenso wenig wurden Fingerabdrücke auf den weiteren knapp 20 Waffen der sogenannten NSU-Terroristen gefunden. Nicht mal auf der Selbstmordwaffe waren Fingerabdrücke, wie wir hier bereits berichteten – kein Einziger!

Bankraub-Beute in signalrot-gelber Platiktüte übersehen?

Die auffällig rot-gelbe Plastiktüte mit dem erbeuteten Geld – 71 915 EUR – wirft ebenfalls Fragen auf. Sie war im Wohnmobil nicht wirklich versteckt, sondern befand sich gut sichtbar in einemSchrank unter der Spüle. Sie müsste einem Ermittler, der auf der Suche nach Spuren des Banküberfalls ist, geradezu ins Gesicht springen.

Verblüffenderweise wurde noch am 5.11.2011 vom MDR gemeldet, dass in der Mitteilung der Polizei von dem erbeuteten Geld keine Rede war. Auch die Obduktion der beiden Leichen führte damalsnoch zu keinem Zusammenhang mit dem Eisenacher Sparkassen-Überfall.

Wie halten also fest: Die Leichen waren zwar schon obduziert, das Geld im Schrank aber noch nicht gefunden?

Erst zwei Tage später, am 7.11.2011 wurde das erste Mal der Zusammenhang zwischen den Toten im Wohnmobil und dem Überfall auf die Eisenacher Sparkasse verkündet und ist seither Teil dieser Geschichte.

Es ist fast schon müßig, zu erwähnen, dass weder auf der Plastiktüte noch auf den Geldscheinen DNA-Spuren oder Fingerabdrücke von Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt gefunden wurden.

Man kann sich deshalb des Verdachts nicht erwehren, dass diese Beute im Nachhinein im Wohnmobil platziert wurde und dass es sich deshalb auch um einen fingierten Beweis handelt, um die offizielle Geschichte so erzählen zu können, wie wir sie seither hören.

Falsche Stückelung beim Registriergeld

Diese These, nämlich die nachträgliche Lieferung der Beweise in Form des geraubten Geldes, wird dadurch untermauert, dass unter dem Geld falsches Registriergeld gefunden wurde. Registriergeld ist Geld der Bank, das für solche Zwecke wie Banküberfälle bereitliegt und der Beute beigemischt wird. Die Geldnummern dieser Scheine sind dann bekannt, d.h. die Scheine können gegebenenfallszurückverfolgt werden, was die Aufklärung erleichtert.

Während des Prozesses sagt die Zeugin W. am 20.4.2014 aus, dass tatsächlich registriertes Geld an die beiden Bankräuber übergeben wurde. Zitat: »Sie bejaht, dass registriertes Geld mitgegeben wurde, ein Bündel, 1000 Euro, zehn 100-Euro-Scheine. Das sei das erste gewesen, was sie ihm gegeben hätten.«

Stattdessen wird im offiziellen Berichtbehauptet, dass das Registriergeld aus drei 200-Euro-Scheinen und vier 100-Euro-Scheinen besteht. Diese falsche Stückelung ist ein weiterer Widerspruch, der ohne die NSU-Leaks des Arbeitskreises NSU nie bekannt geworden wäre, da er vor Gericht – wie üblich – weder bemerkt noch thematisiert wurde.

Fazit

Insgesamt lässt sich feststellen, dass der gesamte Bankraub und der damit erklärte Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos unglaubwürdig ist. Insbesondere die fehlenden, aber obligatorischen Beweise wie DNA-Spuren oder Fingerabdrücke machen stutzig. Aber auch die Widersprüche beim Registriergeld und der Zeitunterschied bei der Auffindung der Beute klingen nach einem konstruierten »Beweis«. Abgerundet wird das Bild durch die nicht passenden Zeugenaussagen und das seltsame Verhalten der Verteidiger vor Gericht, die den Zeugen Kapke zu allen Dingen befragt haben – nur nicht zum 4.11.2011.




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Was ist bloß in Deutschland los? – Planlosigkeit…? Hilflosigkeit…? – Nein! Ich meine: Gottlosigkeit!

Was ist bloß in Deutschland los? – Planlosigkeit…? Hilflosigkeit…? – Nein! Ich meine: Gottlosigkeit!

Bernd Höcker

Gelegentlich höre ich mir gern die biblischen Kommentare von Ludwig Schneider an, der Begründer des Magazins Israel heute ist. So wurde vor ein paar Tagen ein Vortrag über den »Antichristen« gesendet, der mich sehr an aktuelle Ereignisse und an eine bestimmte Person erinnert hat. Sie können diesen Abschnitt des Vortrages auch im Internet anhören und angucken. Ab Minute 17:20 finden Sie die von mir genannten Passagen.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Ausführungen von Ludwig Schneider: Der Antichrist sei sowohl der Gegenspieler Christi als auch sein Imitator. Er betöre die Menschen zuerst mit guten Taten, bis ihn alle lieben und verehren. Die Menschen merkten nicht, dass er nur ein »falscher Messias« sei und vertrauten ihm blindlings.
Bei Despoten sei die erste Hälfte ihrer Amtszeit fast immer eine gute Zeit, bis sie in der zweiten Hälfte ihr wahres Gesicht zeigten. Aber dann sei es für die Menschen bereits zu spät, es zu erkennen und darauf zu reagieren. Dann seien bereits unumkehrbare Tatsachen geschaffen.

An welche Person und an welche Situation erinnert mich das wohl?

Und warum beginne ich auf diese ungewöhnliche Weise meinen Artikel? Für mich hat das, was gerade in diesem Lande passiert, nicht nur eine politische, soziologische oder massenpsychologische Dimension. Um diesen Albtraum wirklich verstehen zu können, dürfen wir mystische Aspekte nicht außer Acht lassen.

Die erste Frage lautet daher: Gibt es »das Böse« überhaupt? Viele Menschen glauben das nicht. Sie sind dann aber ziemlich hilflos, wenn sie dem Bösen doch einmal direkt gegenüber stehen. Und sie sind verführbar für alles, was sich »gut« nennt. Jemand hat einmal gesagt, der größte Trick desTeufels sei es, den Menschen einzureden, es gebe ihn gar nicht. Seine Arbeit bestehe ja auch, so Wikipedia, im Verwirren, Fakten verdrehen und verleumden.

Merken Sie jetzt, wen und was ich meine?

Viele Menschen sind heute verwirrt. Sie hören Begriffe, die sie von klein auf kannten und die nun plötzlich von den Gutmenschen mit komplett entgegengesetzten Inhalten aufgeladen wurden. Jemand, der beispielsweise friedlich für die Gleichberechtigung der Menschen und für Freiheit, Sicherheit und inneren Frieden auf die Straße geht, wird »Rassist« oder »Nazi in Nadelstreifen« genannt.

Fanatisierte, linksorientierte Aktivisten, die friedliche Demonstranten mit massiver körperlicher Gewalt von ihren rechtmäßigen Demonstrationen abzuhalten versuchen, werden »die Anständigen« genannt. Das ist heute allgegenwärtige, etablierte Gutmenschen-Sprache und die staatlichen und privaten Qualitätsmedien »bürgern« diese neuen Bedeutungszuweisungen sozusagen offiziell in die deutsche Sprache ein.

Unsere führenden Politiker nennen die besorgten Bürger gerne auch schon mal »das Pack« oder unterstellen ihnen »Hass im Herzen«, um sie als Unpersonen abzustempeln, deren Argumente mannicht zu beachten braucht.

Wir nähern uns nun vorsichtig dem Kern des Artikels.

Ludwig Schneider erwähnte in seinem Kommentar zum Antichristen, dass dieser als Politiker in der ersten Hälfte seiner Amtszeit die Menschen mit guten Taten für sich einnehme. Dann aber, in der zweiten Hälfte, irreversible Fakten schaffe, die zur Vernichtung des ihm zum Wohlgedeihen anvertrauten Volkes führten.

Die Worte, ja die ausdrücklichen Versprechen, es gebe keine Höchstgrenzen von Flüchtlingen, die wir alle gerne herzlich willkommen heißen würden, sowie die Hurra-Rufe des abgerichteten Gutmenschen-Mobs haben die Situation, in der wir uns nun befinden, unumkehrbar herbeigeführt, angeheizt und zusätzlich aufgestachelt mit monetären Anreizen, sprich der Anlockung mit Bargeld.Millionenfach werden diese Nachrichten über das Internet in alle Welt verbreitet!

Abkehr vom falschen Weg oder pure Heuchelei?

Jetzt aber, wo in Kürze fast allen klar werden wird, dass wir mit einem Höllentempo dem Abgrund entgegenrasen, wird plötzlich wie wild, aber sinnlos mit den Armen herumgerudert und so getan, als würde man noch etwas an der auf uns zukommenden Katastrophe ändern können. Es kommen von den Politikern Sprüche wie: »...Verhältnisse in den Herkunftsländern verbessern...«.

Das Problem ist nur: Wir können in den Herkunftsländern so gut wie nichts ändern – und schon gar nicht kurz- oder mittelfristig! Anders sieht es mit der bedingungslosen »Willkommenskultur« aus: Sie wirkt sofort, unmittelbar und unumkehrbar. Auch die aktuellen schwachen Gegentöne, man könne nun neuerdings doch nicht die ganze Welt in Deutschland aufnehmen, sind viel zu zaghaft und kommen viel zu spät. Die Quintessenz lautet: Alles, was anlockt, wirkt sofort; alles, was bremst, wirkt gar nicht oder erst in Dekaden. Aber dann ist es zu spät!

Was ist hier eigentlich los? Ist das noch ziellos oder planlos? Nein! Ich meine, es ist skrupellos!

Die Situation ist den Politikern nicht etwa »aus der Hand geglitten« oder »planlos«. Diese Menschen wissen ganz genau, was sie tun. Und sie arbeiten mehrschichtig. Ich habe es auch in meinem Buch Böse Gutmenschen beschrieben: Von der massiv geförderten Verbreitung des Islam, über den bizarren, streng kontrollierten Gender-Wahnsinn, bis hin zur Auswilderung von Wölfen in der Nähe von Wohngegenden – alles, was die Gutmenschen uns mit schönen Worten vorschreiben wollen, führt uns in den Abgrund.

Wir sollen uns klein und schuldig fühlen und unsere Freiheit soll uns Stück für Stück genommen werden.

Ich denke, ich brauche nicht mehr zu erwähnen, wer mir bei dem Vortrag von Ludwig Schneider spontan in den Sinn kam. Die namentliche Nennung dieser Person zöge doch nur unnötigen Ärger nach sich...! Und wir wissen doch eh alle, wer gemeint ist...!




Großbritannien will nicht mehr christlich sein

Großbritannien will nicht mehr christlich sein

Peter Orzechowski

Großbritannien war schon immer Washingtons treuester Vasall: Egal, wo die US Armybombte oder einmarschierte – die Briten kämpften mit. Jetzt spielen sie erneut den Vorreiter: bei der Auflösung des christlichen Abendlandes. »Großbritannien ist nicht länger ein christliches Land, und es sollte aufhören, so zu tun, als sei es das noch.« Zu diesem Ergebnis kommt die Kommission »Religion und Glaube im öffentlichen Leben«, die zwei Jahre lang über die aktuelle Situation in Großbritannien beraten hat.

Und weil das Vereinigte Königreich (UK) nicht mehr christlich sei, solle das öffentliche Leben entchristianisiert werden, so der Bericht der Kommission weiter. Der Rückgang der Besucherzahlen in den christlichen Kirchen und der Aufstieg des Islam machten eine neue Vereinbarung über die Religion im UK nötig. Damit die Religionen in den Medien richtig dargestellt werden, empfiehlt der Bericht, einen Stab aus religiösen Experten zu bilden, der die Medien in der (politisch korrekten) Darstellung der Religionen berät.
Wie die britische Tageszeitung The Telegraph heute berichtet, ist diese Kommission hochkarätig besetzt gewesen. Mit dabei waren Rowan Williams, der frühere Erzbischof von Canterbury, Lord Woolf, der frühere oberste Richter des Landes, Sir Iqbal Sacranie, der frühere Generalsekretär desMuslim Council of Britain, Justin Welby, der amtierende Erzbischof von Canterbury; Ephraim Mirvis, der oberste Rabbi, dazu Heimatministerin Theresa May sowie die Spitzen von BBC und Channel 4.

Die Kommission kritisiert die Konfessionsschulen des Landes und fordert die Abschaffung des dortigen Schulgebets. Sie befürwortet, die Zahl der Bischöfe in der Church of England zu verringern und deren Stellen an Rabbis, Imame und andere Klerikale zu vergeben. Auch in der zweiten Kammer, dem House of Lords, sollte eine breitere Sicht der Welt und der religiösen Traditionen zum Ausdruck kommen.

Schließlich, so empfahl die Kommission, sollte auch die Anti-Terror-Politik neu überdacht und zum Beispiel Studenten erlaubt werden, in der Universität auch radikale Ansichten zu vertreten ohne dieGefahr, den Sicherheitsbehörden gemeldet zu werden.

Schon vor ein paar Tagen gab es in Großbritannien einen Vorstoß gegen das Christentum. Es sollte eine schöne vorweihnachtliche Aktion werden, um den Menschen den Wert des Gebets in Erinnerung zu rufen: Im Vorprogramm des neuen Star Wars-Films hatte die Church of England(Anglikanische Kirche) landesweit einen Spot geschaltet, in dem in knapp einer Minute alle möglichen Bevölkerungsgruppen, Berufe, Altersgruppen und Hautfarben das wichtigste Gebet der Christenheit beten, das »Vaterunser«.

Vom Kirchenoberhaupt, dem Erzbischof von Canterbury, über einen Trauernden am Friedhof, einen Schafhirten, einen Gospelchor, Polizisten, Rettungssanitäter, Kraftsportler, eine Hochzeitsgesellschaft, eine Grundschulklasse bis hin zu einer christlichen Flüchtlingsfamilie aus Somalia: Alle finden Trost in dem Gebet, das Jesus laut der Überlieferung seine Jünger in der Bergpredigt lehrte (Mt 6, 9-13). Jede der Gruppen betet in dem nur 56 Sekunden langen Spot je eine Zeile.

Der Spot ging seinen üblichen Weg durch alle Prüfinstanzen und wurde freigegeben. Verträge wurden ausgehandelt, sogar ein Rabatt eingeräumt, wie der Deutschlandfunk berichtet. Doch aufeinmal beschlossen die drei wichtigsten Kinobetreiber-Ketten des Landes, den Spot nicht zu senden.

Begründung: Er könnte die Gefühle von Moslems oder Atheisten verletzen.

Andere Berichte sprechen davon, dass die britische Medienagentur DCM, die die Werbespots der größten britischen Kinos verwaltet, die Spots abgelehnt habe, weil eine interne Richtlinie die Zustimmung zu jeglicher politischer oder religiöser Werbung verbiete. Dies könnte unter »jenen mit anderem Glauben, oder auch gar keinem Glauben« zu Ärgernis führen.

In Deutschland demontiert sich die Kirche (noch) nicht selbst. Da tun es die Politiker, wie einige Zitate der letzten Jahre belegen:
  • »Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas, er ist Teil unserer Gegenwart und er ist Teil unserer Zukunft. Muslime sind in Deutschland willkommen. Sie sollen ihre Talente entfalten und sie sollen unser Land mit weiter voranbringen.« Finanzminister WolfgangSchäuble, aus der Regierungserklärung zur Deutschen Islamkonferenz, 28. September 2006.
  • »Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.«Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010.
  • »Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch.« Bundeskanzlerin Angela Merkel, zitiert aus Spiegel Online vom 12. Januar 2015.

Aber: Viel entscheidender für die von USA/UNO geforderte Durchmischung der christlich-europäischen Bevölkerung mit Einwanderern aus muslimischen Ländern sind nicht die Forderungen von Kommissionen oder die Statements von Politikern, sondern die politischen Entscheidungen.

Und da war Deutschland einmal mehr ein noch treuerer Vasall der »einzigen Weltmacht« als der englische Bruder, indem seine Kanzlerin am 5. September alle Grenzen und damit Schleusen für eine rasche Durchmischung öffnete.




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Deutsche Panzer gegen Putin: Interaktive TV-Sendung facht die Kriegslust an

Deutsche Panzer gegen Putin: Interaktive TV-Sendung facht die Kriegslust an

Markus Mähler

Am Montagabend freute sich die Bundesregierung über Millionen Versuchskaninchen: Die Zuschauer spielten auf Pro Sieben »Du bist Kanzler«. Das Mitmach-Experiment, war auch ein geheimer Meinungscheck: Wie bereit sind die jungen Deutschen für den NATO-Krieg gegen Russland? Hinter den Machern der Sendung steht der Bertelsmann-Konzern, ein massiver politischer Lobbyist.


Die Wahrheit versteckt man am besten hinter einer sehr viel einfacheren Wahrheit. Am Montag wurde das abgewrackte Wissensmagazin Galileo auf Pro Sieben für einen Meinungstest umgebaut, den es so noch nicht gab.

Und das Experiment lieferte brisante Ergebnisse: Gerade einmal 55 Prozent der jungen Deutschen lehnen noch Panzer gegen Putin ab. Die Mehrheit will außerdem den Soli abschaffen, dafür die Pkw-Maut erhöhen und bei weiteren Euro-Krisen kein Geld mehr in Südeuropa verteilen.

Am Montag spielten 1,53 Millionen Menschen zwischen 14 und 49 die interaktive Mitmach-Sendung»Du bist Kanzler«.

Die Zuschauer machten sich dabei selbst zu Versuchskaninchen – in einem Meinungstest, in den sichtbar viel Geld geflossen ist. Ein Double für Angela Merkel, zahlreiche Minister, Original-Drehplätze und acht Krisen-Szenarien.

Wie sich die Kanzlerin entscheidet, bestimmte scheinbar das Publikum. Direkte Demokratie über eine App am Handy: Dort drückten so viele aufs Knöpfchen, bis das System in die Knie ging.

Putins Panzer: Ist das noch Meinungsforschung oder schon Polit-Erziehung?

Nach der Abstimmung sahen die Zuschauer live, wo ihre Entscheidung hinführt. Immer ins Desaster. Am Ende war die Wahl also egal und bloß eine Illusion. Alles steuerte auf das unausweichliche Finale zu: Die Russen marschieren mit Hunderten Panzern in das NATO-Land Estland ein.

Was tun, immerhin ist dort jeder vierte Bürger Russe? Das Merkel-Double stand beim hollywoodreifen Showdown im Kommandozentrum der Bundeswehr und musste wählen: Krieg oder Frieden mit noch mehr Wirtschafts-Sanktionen?

Der Kanzleramtsminister warnte: »Der Russe drängt von Osten her, wir müssen ihm Grenzen aufzeigen. Machen wir es militärisch.« Durch das Telefon bettelten die Esten: »Wir brauchen Hilfe, schnell!«

In nur 20 Sekunden stimmten die Zuschauer ab und das Ergebnis fiel denkbar knapp aus. 45 Prozent würden tatsächlich Panzer gegen Putin schicken, obwohl sich Deutschland durch alle Entscheidungen in der Sendung vorher politisch isoliert hatte. Nur noch eine knappe Mehrheit von 55 Prozent wollte weiter auf wirtschaftliche Sanktionen setzen.

Wie Lobbyisten eine Unterhaltungssendung kapern können

Muss man das jetzt alles ernst nehmen? Pro Sieben hat seinen Ruf als Unterhaltungssender für ewige Kinder weg. Galileo macht seit 17 Jahren eher durch Schleichwerbeskandale als durch einpolitisches Profil Schlagzeilen. Man sollte es trotzdem ernst nehmen:

Die Sendung wurde gehijackt und als Trojanisches Pferd benutzt. Hinter dem Meinungs-Experiment »Du bist Kanzler«steht nicht Pro Sieben oder Galileo, sondern das Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das ist das größte Politik-Institut Deutschlands und mit seiner angeschlossenen Denkfabrik CAP (Centrum für angewandte Politikforschung) massiv im Berliner Parteienzirkus verankert. Das einflussreiche CAP gilt als Spezialist für Sicherheitspolitik – doch wer zieht hier eigentlich die Fäden im Hintergrund?

Die Denkfabrik gehört zu Bertelsmann, Europas größtem Medienkonzern. Im Deckmantel seiner gemeinnützigen Stiftung übt der Riese »erheblichen Einfluss auf die Politik aus«. Davor warnte die frühere Vizepräsidentin des Bundestages, die Grünen-Politikerin Antje Vollmer.

Sie ist nicht die einzige kritische Stimme. Selbst Hans Fleisch vom Bundesverband Deutscher Stiftungen urteilt zwiespältig über die Stiftung der Bertelsmänner: Sie ist als »Thinktank in der Informationselite und vor allem in der Politik« bekannt.

Die Bertelsmann-Stiftung: »Wir sind keine heimliche Regierung«

Gerade über ihr Zugpferd, die Münchner Denkfabrik CAP, bringt die Stiftung seit Jahren wie am Fließband Studien über Sozial-, Bildungs-, Wirtschafts- und Außenpolitik unter die Leute. Die Wirtschaftswoche beschrieb das Lobby-Netzwerk bereits 2012: »In Politik und Wirtschaft gut vernetzt, versteht es die Einrichtung so gut wie kaum einer ihrer Wettbewerber, sich in gesellschaftliche Entscheidungen einzumischen.«

Der Einfluss der Stiftung erregt inzwischen viel Aufsehen. Zu viel. Ex-Vorstandschef Gunter Thielen musste imHandelsblatt sogar beschwichtigen: »Wir sind keine heimliche Regierung.«

Jetzt entsteht also im lobby-lastigen Dunstkreis der Bertelsmann-Stiftung und im Fahrwasser der Polit-Denkfabrik CAP eine Meinungs-Spielsendung mit dem Titel: »Du bist Kanzler«. Die Zielgruppe sind junge, politikmüde Deutsche bei Pro Sieben, zum Vehikel wird die Wissenssendung Galileo und im Finale fahren Panzer gegen Putin.

So ein ungewöhnliches Experiment passiert nicht ohne Grund. Parteien und Lobbyisten erreichen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern mittlerweile nur noch einen Teil der Deutschen. Bei ARD undZDF sitzt die Generation 60 plus mittlerweile ganz allein.

Außenpolitik für die Pro-Sieben-Zielgruppe: Wir drücken auf zwei Knöpfchen

Das Kanzler-Fernsehspiel auf Pro Sieben erreicht dagegen sonst unerreichbare Menschen. Denen serviert man bei dieser Gelegenheit ganz einfache politische Botschaften – platziert in einemTrojanischen Pferd.

Reichen 30 Minuten eigentlich, um Deutschlands schwierige politische Lage zu klären? Ja, wenn man das Ganze zum simplen Entweder-oder macht. Drücken wir auf das eine oder auf das andere Knöpfchen …

»Du bist Kanzler« erfüllt damit einen doppelten Zweck. Es war nicht bloß Polit-Erziehung für Politikverdrossene. Die Sendung lieferte ihren Machern auch ein Stimmungsbild:

Wie kriegslustig sind die jungen Deutschen? Seit gestern Abend vermutlich ein bisschen mehr. Nachspielen lässt sich das Ganze übrigens noch im Internet.






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